Ohne die Frauen läuft gar nichts
In Halstenbek erhielt bereits Reiner Schilling (SPD) die Auszeichnung - vor mehr als 20 Jahren.
Dietmar Vogel in: Pinneberger Tageblatt vom 3. November 2007

Hans-Jürgen Peter (67, links) erhält im Lübecker Audienzsaal die Urkunde und die Freiherr-vom-Stein-Medaille aus den Händen von Innenminister Dr. Ralf Stegner (SPD). Foto: Hans Korth
"Ohne meine Frau Renate läuft gar nichts" - Hans-Jürgen Peter, Gemeindevertreter der SPD in Halstenbek, bringt es in wenigen Worten auf den Punkt. Jahrzehnte lange kommunalpolitische Arbeit als Ehrenamt funktioniert nur, wenn der Partner und die Familie genügend Toleranz zeigen. Dafür wurden jetzt Peter und weitere 30 Kandidaten mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille geehrt (wir berichteten).
Der Halstenbeker Genosse (67) wurde mit weiteren drei Kandidaten aus dem Kreis Pinneberg ausgezeichnet. Der feierliche Rahmen im Audienzsaal war perfekt inszeniert. Laut Peter wurde die Verleihung mit Klavier-Musik untermalt. Aus den Händen von Innenminister Dr. Ralf Stegner (SPD) wurden Urkunde und Medaille mit dem Konterfei des Freiherrn (1757-1831) überreicht.
Peter hat sich über die Auszeichnung riesig gefreut. "Es ist ein Zeichen dafür, dass die Arbeit nicht ganz umsonst war. Gleichzeitig soll sie Anreiz für diejenigen sein, die sich in der Kommunalpolitik engagieren wollen", so Peter gegenüber unserer Zeitung.
Seit 1982 ist der Sozialdemokrat in Halstenbek als Gemeindevertreter ehrenamtlich tätig. Vier Jahre davon war er Bürgervorsteher und danach - seit 1998 - Erster beziehungsweise Zweiter stellvertretender Bürgervorsteher.
Darüber hinaus war der Sozialdemokrat in den verschiedensten Ausschüssen Mitglied. "Es waren und sind die oft von der Öffentlichkeit wenig beachteten vielfältigen kommunalpolitischen Aktivitäten, für die Herr Peter sich mit Erfolg eingesetzt hat. Es ist sein großes Anliegen, seine Arbeit bürgernah zu gestalten", heißt es in der Laudatio.
Ein weiterer Medaillen-Träger aus den Baumschulgemeinden ist der Rellinger Mediziner Dr. Ernst-Friedrich Ziem (78). Seit mehr als 40 Jahren - anfangs in der Gemeinde Rellingen als Mitglied der Gemeindevertretung und jetzt als bürgerliches Mitglied, dann seit 1994 als Kreistagsabgeordneter des Kreises Pinneberg -, setzt sich der Mediziner ehrenamtlich ein.
Laudatio, Urkunde und Medaille wurden Ziem von Kreistagspräsident Burkhard E. Tiemann persönlich in sein Domizil in Rellingen gebracht. Eine Krankheit verhinderte den Arzt, persönlich der dreistündigen Zeremonie in der Marzipanstadt beizuwohnen.
"Den Finanzausschuss leitete er als Vorsitzender insgesamt über 35 Jahre, denn sein Augenmerk galt soliden Finanzen. So konnte in Rellingen bis heute eine geordnete Finanzsituation bewahrt bleiben", bringt die Würdigung sein Lebenswerk auf den Punkt. "Dr. Ziem prägte das Eintreten für Schwächere, die soziale Gerechtigkeit ist ihm eine Herzensangelegenheit", las Tiemann die Zeilen mit Genuss vor.
Das Gesundheitswesen gehört zu den politischen Schwerpunkten von Ziem. So war der Arzt zehn Jahre Mitglied, zeitweilig Vorsitzender des Gesundheits- und Krankenhausausschusses.

