Neuer Aufzug lässt noch auf sich warten
von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 12. Oktober 2010

Baustelle: Der Haupteingang ist für Fahrgäste gesperrt. Vogel

Grau und trist: Gestern ruhten die Arbeiten im unteren Bereich des S-Bahnhofs Halstenbek. Der Schacht für den neuen behindertengerechten Aufzug (hinten, rechts) ist bereits zu erahnen. Vogel (3) Vogel

Der Umbau der neuen Haltestelle wird von Bund und Land gefördert. Die Bahn investiert in die Sanierung der Bahnhöfe Halstenbek und Thesdorf etwa 1,7 Millionen Euro.
Baulärm ist stets ein eindeutiger Indikator für Aktion. Doch am S-Bahnhof Halstenbek schwiegen gestern die Presslufthammer. Verzögerungen beim Umbau des Nordaufgangs (Haupteingang) des Bahnhofs mit neuem, behindertengerechten Aufzug sind zwar seit längerem bekannt. Lässt die gestrige Ruhe weitere Stagnation erahnen?
Egbert Meyer-Lovis beruhigt. Der Leiter des Regionalbüros und Sprecher der Deutschen Bahn AG für Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen, gibt zwar zu, dass es "zurzeit keine sichtbaren Arbeiten gibt". Doch das hänge damit zusammen, dass im "Werk momentan der neue Aufzug zusammengebaut wird".
In der kommenden Woche, so Meyer-Lovis, rücken die Experten wieder an. "Dann beginnen die Kabel-Arbeiten, für übernächste Woche ist der Aufbau des Gerüsts geplant." Ende des Monats November, so die Planungen der Bahn, soll voraussichtlich die Montage des lang ersehnten Aufzugs beginnen. Danach erfolgt die Installation der Stromversorgung und der Beleuchtung am Zugang.
Ist die optimistische Zeitvorgabe, dass im Dezember der Haupteingang der Bevölkerung wieder zugänglich ist, zu halten? Meyer-Lovis bleibt zuversichtlich: "Aber nur dann, wenn die technische Abnahme erfolgreich ist."
Die Verzögerungen beim Umbau des Bahnhofs hatten mehrere Gründe. Nach Auskunft der Bahn konnten die genehmigten Gleissperrungen aufgrund der Witterung im Winter 2010 nicht wie geplant genutzt werden. "Weitere längere Gleisperrungen sind im Jahr 2010 aufgrund vieler anderer Baumaßnahmen im S-Bahn-Netz leider nicht mehr möglich", heißt es offiziell. Arbeiten im Gleisbereich werden, so Meyer-Lovis, auf das kommende Frühjahr verschoben. Zudem hätten frei gelegte Kabel unter dem Aufzugsschacht, deren Existenz die Experten vor Ort überraschte, sowie Beschädigungen an der Bahnsteigkante den Zeitplan durcheinandergebracht.
Sabrina Seewald, zuständige Sachbearbeiterin im Fachbereich Bauen im Halstenbeker Rathaus, weist ausdrücklich darauf hin, dass der Haupteingang für den fußläufigen Verkehr gesperrt bleiben muss. Fahrgäste sollten weiterhin den südlichen Eingang, Zuwegung vom Park+Ride (P+R)-Platz sowie vom Hagenwisch, benutzen. "Die Baken, die am Ende des Gehweges zur Trennung von Fußgänger und Pkw aufgestellt wurden, sorgen auch in dieser Zeit für ein sicheres Ein- und Aussteigen beim Busverkehr als auch zum Übergang zum P+R Platz", so Seewald.

