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Die Riesenchance für Halstenbek?

Von Elisabeth Meyer, in: Pinneberger Tageblatt vom 15. April 2004


Noch liegt sie brach, die Fläche nördlich des Eidelstedter Wegs. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Rohwer (SPD) hat für den Ausbau Unterstützung zugesichert.

Die Landesregierung signalisiert Rückenwind: „Die Wohnmeile Halstenbek muss zukunftsfähig entwickelt werden, daran hängen viele zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, kommentierte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Rohwer (SPD) Pläne der Grundstücksgesellschaft Halstenbek Immels, im Gewerbegebiet am Seemoorweg verschiedene Projekte zu realisieren (wir berichteten). Für insgesamt 100 Millionen Euro sollen dort auf einer Fläche von 100 000 Quadratmetern unter anderem Bürogebäude, ein Seniorenheim sowie ein großer Fachmarkt entstehen.

„Ich werde gemeinsam mit Innenminister Klaus Buß und dem Investor alle Möglichkeiten prüfen, dieses Projekt zu unterstützen“, erklärte Rohwer. Voraussetzung sei jedoch, dass Beschlüsse der Gemeinde Halstenbek vorliegen. Und die könnten sich noch ändern: Während SPD und FDP die Pläne weitestgehend begrüßen, kritisierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Dieter Tews den Entwurf: „Wir unterstützen generell die Erweiterung des Gewerbegebiets, aber ein Seniorenheim hatten wir uns dort nicht vorgestellt“, sagte er. Es handle sich um Wohnbebauung, für die entsprechende Infrastruktur fehle. Ein weiterer „Knackpunkt“ sei das geplante Einkaufszentrum, so Tews. „Wie verträgt sich das damit, den Ortskern zu stärken?“ Am 21. April will die CDU-Fraktion über das Konzept des Investors beraten.

Damit nicht zuviel Zeit verstreicht, wenn die Beschlüsse schließlich vorliegen, führt der SPD-Landtagsabgeordnete Bernd Schröder bereits jetzt vorbereitende Gespräche mit den zuständigen Ministerien. „Wenn die kommunalen Gremien sich einig sind, wollen wir schnell handeln können“, sagte Schröder. Er sieht das Vorhaben als „Riesenchance“ für Halstenbek an. „Wir können nicht einfach warten, während andere wachsen“, so Schröder.

Der Plan, in Hamburg Eidelstedt, nur wenige Kilometer von der Wohnmeile entfernt, einen 30 000 Quadratmeter großen Einrichtungsmarkt zu errichten (wir berichteten), hatte Schröder alarmiert. Und die Bedrohung durch den möglichen „Möbel-Giganten“ sieht auch Doris Harms, Geschäftsführerin der Wirtschafts-, Entwicklungs- und Planungsgesellschaft der Kreise Pinneberg und Segeberg (WEP), als Grund für rasches Handeln an. „Halstenbek sollte versuchen, seine Perle`, das weltweit größte zusammenhängende Möbelverkaufsgebiet, zu stärken“, erklärte sie.

Sie könne zwar verstehen, dass die Gemeinde „Probleme mit einer Monostruktur“ habe, aber es könne „nicht jeder Ort alles haben“, so Harms. Die Gemeinde habe auch Verantwortung gegenüber der Region. Begleiten will sie den Vermarktungsprozess aber auch dann, „wenn alles so bleibt wie gehabt.“