Seitenanfang

Aktiver Navigationseintrag - hier Startseite

Sprungmarken


Hauptnavigation






Hauptinhaltsbereich

Neues Gewerbe: Halstenbek jubelt

Wohnmeile: Millionen-Investitionen finden ein positives Echo.

Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 15. April 2004


So könnte das Erweiterungsareal der Halstenbeker Wohnmeile gestaltet werden. Die Straße „Gewerbering" wird von SB-Philip aus bis zum Immelsweg verlängert. Nördlich der neuen Straße entstehen Bürogebäude und ein Drive-In-Schnellrestaurant. Südlich ist Platz für das Fachmarktzentrum, dem sich weitere Bürobauten anschließen. Zum Eidelstedter Weg hin ist die Seniorenresidenz ausgerichtet. Weiter nördlich ist das neue Möbelhaus geplant. Gegenüber soll ein Fahrrad- und Motorradfachmarkt entstehen.

Die Nachricht von der 100-Millionen-Euro-Investition zur Erweiterung der Halstenbeker Wohnmeile ist bei den Unternehmen im Einkaufsparadies fast ausnahmslos auf begeisterte Zustimmung gestoßen. Wie berichtet, sollen auf einer Fläche von 100 000 Quadratmetern ein Fachmarktzentrum (11 200 qm), diverse Bürogebäude (30 000 qm), ein Möbelhaus (19 000 qm), ein Fahrradhandel sowie Gastronomiebetriebe und eine noble Seniorenresidenz für 150 Bewohner entstehen. Dabei werden bis zu 1000 Arbeitsplätze geschaffen.

Am meisten Hoffnung setzen die Sprecher der bereits ansässigen Unternehmen auf die Lösung der permanenten Verkehrsprobleme (siehe Kasten) und eine Stärkung der Wohnmeile angesichts der Planungen von Branchenkollegen nur wenige Kilometer jenseits der Landesgrenze zu Hamburg.

Die Bauvorhaben der Hamburger Investorenfamilie Greve im Halstenbeker Gewerbeerweiterungsgebiet seien zu begrüßen, sagt Thomas Hanke, Geschäftsführer des Media-Markts an der Gärtnerstraße. "Wir unterstützen jede Planung, die die Funktion der Wohnmeile stärkt und die Verkehrsprobleme zu lösen hilft."

Zustimmung auf der ganzen Linie gibt es auch von Oliver Schütz, dem Juniorchef des Möbelhauses Classic Wohndetail. Er verspricht sich neben einer zu erwartenden Attraktivitätssteigerung der Wohnmeile auch neue Möglichkeiten der Vermarktung von Flächen, die seine Familie noch im Erweiterungsgebiet besitzt.

Überrascht von der Planung zeigt sich Dirk Riechmann, Chef von Möbel Schulenburg. Doch auch er steht der Planung generell aufgeschlossen gegenüber. Die Wohnmeile müsse gegenüber der drohenden Konkurrenz aus Hamburg Flagge zeigen. Riechmann kündigte an, dass Schulenburg demnächst mit einer Aufstockung der Parkpalette auf dem eigenen Grundstück auf die zunehmende Frequentierung reagieren werde. Der Schulenburg-Chef schloss nicht aus, im Erweiterungsgebiet der Wohnmeile ebenfalls tätig zu werden.

Janessa Sieber, Geschäftsführerin von Richter Internationale Möbelschau, betrachtet beide Seiten der Medaille. Einerseits hat sie keine Angst vor mehr Wettbewerb und freut sich, wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch nachdem in der norddeutschen Möbelbranche in den vergangenen Jahren die Verkaufsflächen verdoppelt wurden, fragt sie, wo noch neue Kundschaft herkommen soll. Als Option hält sich Janessa Sieber eine Erweiterung ihres Hauses offen. Auch Richter verfügt noch über Flächen, die an das von Familie Greve erworbene Areal anschließen.

Negativ bewertet Caroline Wolfsen, Vorsitzende des Vereins Halstenbeker Fachgeschäfte, die Erweiterungsvorhaben. Vor allem ein Fachmarktzentrum werde zu einer weiteren Schwächung des Handels im Ortskern beitragen. Schon frühere Sonderverkaufsaktionen in der Wohnmeile hätten keinen stärkenden Einfluss auf den örtlichen Einzelhandel ausgeübt.

SB-Philip-Chef Thomas Schulenburg geht davon aus, dass am 4. Mai die Anträge auf Änderung des Bebauungsplanentwurfs im Halstenbeker Bauausschuss erstmalig beraten werden können.