EGGE: KRITIK AM PROJEKT
Pinneberger Tageblatt vom 16. April 2004
Der Bürgermeister bricht sein Schweigen: „Dass sich etwas bewegt, ist positiv", nahm Bruno Egge gestern auf Tageblatt/BZ-Anfrage Stellung zum 100-Millionen-Euro-Projekt. „Aber ist es das, was wir wollen?" mit seiner Skepsis folgte er der Haltung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Dieter Tews, der das geplante Seniorenheim und das Fachmarktzentrum kritisiert hatte.
„Ich befürchte, dass sich ein derartiger Markt negativ auf die beiden vorhandenen Ortskerne auswirkt", sagte Egge und verwies auf einen Aufstellungsbeschluss der Gemeinde von 1998, der für das Gebiet am Gewerbering die Ansiedlung von Betrieben ausschloss, die Waren für den täglichen Bedarf verkaufen. „Die Grundsätze der Landesplanung stimmen nicht mit dem überein, was jetzt geplant ist", erklärte Egge. Wenn jedoch die zuständigen Minister ihre Haltung änderten, „dann müssen wir weitersehen".
Die überplante Fläche sei außerdem „zu wertvoll, um dort ein Seniorenheim zu errichten", sagte Egge. Eine derartige Einrichtung gehöre nicht in ein Gewerbegebiet. „Und davon besitzt Halstenbek zu wenig." Das Verkehrskonzept bedürfe einer genauen Prüfung, sagte Egge: „Ich bin mir nicht sicher, ob zum Beispiel die Einbahnstraßenregelung ausreicht."
Generell sei zwar „jeder neue Arbeitsplatz und jeder zusätzliche Euro an Steuereinnahmen erfreulich", so der Verwaltungschef, „aber wir sollten uns nicht zu früh freuen."

