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„Jetzt droht einer mit 1000 Arbeitsplätzen“

Elisabeth Meyer, in: Pinneberger Tageblatt vom 17. April 2004


Herbert Lammers hat ein Konzept für den Ortskern entworfen. Foto: eme

Die Inhaber der Halstenbeker Fachgeschäfte wehren sich: „Wenn im Gewerbegebiet ein Verbrauchermarkt eröffnet, dann sind wir hier tot“, sagt Herbert Lammers. Der Betreiber des Edeka-Markts an der Hauptstraße sieht durch die Planungen für das Gewerbegebiet nördlich des Eidelstedter Wegs seine Existenz bedroht. Dort sollen nach ersten Entwürfen des Investors Bürogebäude, ein Seniorenheim und ein Möbelgeschäft entstehen - aber auch ein McDrive und ein „Fachmarktzentrum“. Dahinter könnte sich nach unbestätigten Tageblatt/BZ-Informationen „Real“ verbergen.

Ein Verbrauchermarkt würde den Geschäften im Ortskern die Kundschaft entziehen. „Die Leute wollen nicht weit laufen“, erklärte Caroline Wolfsen, Vorsitzende des Vereins Halstenbeker Fachgeschäfte. Und auch Lammers ist sauer: „Sollen denn alle Älteren immer zur Möbelmeile fahren müssen?“ Sie wären die Kunden, die blieben - aber das reicht nicht, um zu existieren.

Ein mehr als 10 000 Quadratmeter großer Verbrauchermarkt würde zudem Kunden aus dem weiteren Umkreis anziehen, so Lammers. „Das werden sich die umliegenden Gemeinden auch nicht ohne weiteres gefallen lassen.“

Halstenbek müsse sich endlich entscheiden, fordert der Geschäftsinhaber: „Soll der Ortskern gestärkt werden oder nicht?“ Sollten die Pläne für das Gewerbegebiet realisiert werden, droht das Einzelhandelsgutachten, das eine Stärkung des Ortskern vorsah, zur Farce zu werden. „Dann haben wir 25 000 Euro ausgegeben - wofür?“, so Lammers.

Mit Unterstützung einer Planungsgesellschaft hat Lammers seit November 2003 ein Konzept für die optimierte Nutzung des Gebiets zwischen Hauptstraße und Hartkirchener Chaussee ausgearbeitet, das unter anderem eine Erweiterung der Edeka-Filiale sowie die Ansiedlung eines Discounters vorsieht. „Dieses ist der Verwaltung auch bekannt, die Versorgung wäre optimal“, erklärt er. Sollte ein Verbrauchermarkt im Gewerbegebiet entstehen, „dann können wir das Ganze knicken“. Generell habe er nichts gegen einen Ausbau der Fläche, betont Lammers. „Und ich hätte ja sogar noch Verständnis für ein Konzept in der jetzigen Form, wenn wir hier nichts täten“, sagt er. So jedoch fühlten sich alle überrumpelt. Er könne sich nicht vorstellen, so Lammers, „dass Halstenbek darüber jubelt“. Für ihn stellt sich die Zukunft eher düster dar: „Jetzt droht einer mit 1000 Arbeitsplätzen, und wir können hier dichtmachen.“

Sollten sich die Politiker für den Entwurf aussprechen, bleibt Lammers nur eine Hoffnung: Dass die Landesplanung einen Verbrauchermarkt nicht genehmigt. Vorher gibt er sich entschlossen: „Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie mein Lebenswerk zerstört wird“, kündigt Lammers an.