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Stoppt Kiel die Großmarkt-Pläne?

Wohnmeile: Halstenbeks Grüne hoffen auf ein Veto der Landesplaner.

Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 20. April 2004

Im Für und Wider um eine Erweiterung der Halstenbeker Wohnmeile hat Grünen-Fraktionschefin Ines Strehlau die Kieler Landtagsfraktion ihrer Partei über die Planungen für das 100-Millionen-Euro-Projekt informiert. Dabei spitzt sich die Diskussion auf die von den Investoren geplante und von den Grünen wie vom Einzelhandel abgelehnte Einrichtung eines Fachmarktzentrums mit Lebensmittelverbrauchermarkt auf einer Fläche von 11 200 Quadratmetern zu.

Selbst wenn die Halstenbeker Gemeindevertretung eine Mehrheit für die Erweiterungspläne mit Möbelhäusern, Bürokomplexen und einer Seniorenresidenz zu Stande bringen sollte, entscheidet letztlich die Landesplanung im Kieler Innenministerium. In Halstenbek sind bisher SPD und FDP für das Projekt, das bis zu 1000 Arbeitsplätze schaffen soll. Die CDU hat Vorbehalte gegen einen Großmarkt wie Real und sorgt sich um die Existenz des Einzelhandels. Morgen treffen sich die Christdemokraten mit den Investoren, um ihre Meinungsbildung abzuschließen.

Wie Ines Strehlau in Halstenbek kämpft Grünen-Landtagsfraktionschef Karl-Martin Hentschel in Kiel Seite an Seite mit dem Einzelhandel gegen großflächige Einkaufszentren auf der "grünen Wiese". Bei einer Bereisung mit dem Einzelhandelsverband waren der Grüne und die Funktionäre einer Auffassung: Ortskernferne Verbrauchermärkte machen die Urbanität in den gewachsenen Ortsmittelpunkten kaputt und gefährden die Existenz des Einzelhandels.

Hentschel setzt sich in einem Positionspapier dafür ein, im Landesentwicklungsgrundsätze-Gesetz und im Landesraumordnungsplan die Funktionsfähigkeit der Ortskerne zu stärken. Dazu gehöre auch die Einbindung des Einzelhandels. Dies läuft den Bemühungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Bernd Schröder, und von Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) entgegen, die versuchen, bei der Landesplanung im Innenministerium grünes Licht für das Halstenbeker 100-Millionen-Projekt zu bekommen.

Keine Bedenken gegen eine Erweiterung äußert Peter Hoffmann. Er sucht selbst Flächen für seine Firma Johannes Zemlin. Das Unternehmen bildet zusammen mit SB-Philip das Portal zum Erweiterungsgebiet am Gewerbering. Den Straßenbau finanzierten Zemlin und SB Philip einst vor. Hoffmann ist gespannt, ob neue Nachbarn sich anteilig an dieser Vorleistung beteiligen werden.