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Jahrelang Versäumtes nachholen

Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 23. April 2004

Eine Investition von 100 Millionen Euro im Gewerbegebiet zwischen Seemoorweg und Eidelstedter Weg: Da müssen nicht nur Verwaltung, Politik und Bürger der Baumschulgemeinde erst einmal tief durchatmen. In wirtschaftlich flauen Zeiten spitzen auch Spitzenpolitiker aus Kiel die Ohren und verfolgen das Bestreben mit Wohlwollen und Verve.

Dass bei diesen Dimensionen nichts „übers Knie gebrochen“ werden darf, beweist die Taktik der CDU: Ruhe bewahren, mit Sachlichkeit und zunächst skeptischer Distanz das Projekt beäugen. Satte zwei Stunden ließ sich deshalb die Unions-Fraktion unter Vorsitz von Hans-Dieter Tews am Mittwochabend Zeit, um sich von Thomas Schulenburg, Besitzer des Möbelmarkts SB-Philip, und einem Vertreter der Investorengruppe Halstenbek Immels in die Pläne einweihen zu lassen.

Wie berichtet, soll das brach liegende Areal zwischen Wohnmeile und Eidelstedter Weg aufgepeppt werden: mit einem Bürokomplex (etwa 30 000 Quadratmeter), einem Seniorenzentrum (150 Plätze), McDrive, Möbelmarkt (etwa 19 000 Quadratmeter) sowie einem Fachmarktzentrum mit Lebensmittelverbrauchermarkt (11 200 Quadratmeter).

Dass das Seniorenheim sowie der Fachmarkt Knackpunkte der Kritik sind, lässt Tews einen Tag danach im Tageblatt/BZ-Gespräch erneut durchblicken. „Auch wenn die abschließende Beratung der Fraktion erst am 3. Mai erfolgen soll“, so der Kommunal-Politiker. Noch kein abschließendes Ergebnis? „Noch kein abschließendes Ergebnis“, so Tews lapidar.

Nur soviel: Seit Jahrzehnten kämpfe die Gemeinde erfolglos um ein schlüssiges Konzept für das Gewerbegebiet. Dass jetzt kraft- und druckvoll die Entwicklung vorangetrieben werden müsse, liege auf der Hand. Tews: „Die Nachbargemeinden haben in der Vergangenheit zugelegt. Wir nicht.“

Kein Zweifel: Tews weiß, dass mit dem Investor, der die Fläche ohne Rücktrittsrecht aufgekauft hat, ein ärgerliches Problem aus der Welt geschaffen wurde: „Wir haben einen kompetenten Investor, mit dem wir sprechen können, und nicht - wie vorher - zahlreiche Eigentümer, mit denen Grundstücksverhandlungen hätten geführt werden müssen.“

Wichtig sei, so Tews´ vorläufige Bilanz, „dass Landesplanung und Investor auf einen Nenner kommen“. Dass sich Landespolitiker profilieren könnten, stört den langjährigen Polit-Fuchs weniger: „Es geht darum, was für Halstenbek gut ist.“