Breite Zustimmung für Wohnmeilenpläne
Kaufleute: Das ist der Todesstoß für den Halstenbeker Ortskern
Pinneberger Zeitung vom 5. Mai 2004
Kommt es jetzt zum Wettlauf zwischen den Erweiterungsplänen in der Wohnmeile und dem seit Jahren vor sich hin dämmernden Halstenbeker Ortskern? Die CDU-Fraktion tagte intern und stimmte nach kontroverser Debatte mit großer Mehrheit - so Fraktionschef Hans-Dieter Tews - im Grundsatz den Erweiterungsplänen für die Wohnmeile zu. Damit ist eine breite Zustimmung für das Großbauvorhaben in der Gemeindevertretung gesichert, denn auch die SPD steht hinter der Planung. Gleichzeitig sind die Christdemokraten der Auffassung, dass parallel auch die Ortskernentwicklung vorangetrieben werden soll.
Ob das klappen kann, wird von den Einzelhändlern, deren Wortführer Edeka-Händler Herbert Lammers ist, bezweifelt. Denn ein 100-Millionen-Euro-Projekt mit Verbrauchermarkt, Fachmarktzentrum, Bürobauten und einer Seniorenresidenz in der Wohnmeile sieht Lammers als Signal für den Tod des Halstenbeker Ortskerns.
Gestern stellten die Kaufleute ihr Ortskern-Projekt im Bauausschuss vor. Betreuer der Planung ist Immobilienkaufmann Walter Seemann. Dem früheren Kreissparkassen-Manager ist es gelungen, fast alle Grundeigentümer im Ortskern für das gemeinsame Vorhaben zu begeistern. Seemann, der bereits mit Investoren Kontakte hat, sieht im Gegensatz zu Lammers die Felle noch nicht davon schwimmen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Ortskernplanung frühzeitig und noch vor der Wohnmeilen-Erweiterung auf den Weg gebracht werde.
Wie berichtet, sollen zwischen Hartkirchener Chaussee und Hauptstraße ein Aldi-Markt, ein Edeka-Frischemarkt, diverse Fachgeschäfte sowie ein Café- und Restaurantbetrieb für Belebung der müden Meile sorgen. Ein solches kompaktes Einkaufszentrum mit einem verkehrsberuhigten Bereich und knapp 200 Parkplätzen soll nicht nur die Autofahrer unter der Kundschaft bedienen, sondern auch für Fußgänger mit kurzen Wegen attraktiv werden.
Mittlerweile gibt es in den Reihen der Gegner des WohnmeilenProjekts, zu den auch die Grünen zählen, bereits Überlegungen, gegen einen Erweiterungsbeschluss mit einem Bürgerbegehren zu Feld zu ziehen.

