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„Helfen Sie bitte, Frau Ministerin!“

Halstenbek: Bürgerinitiative gegen das Großprojekt im Gewerbegebiet schaltet Heide Simonis (SPD) ein

Dietmar Vogel in: Pinneberger Tageblatt vom 19. Juni 2004

Das Großprojekt im Gewerbegebiet findet nicht generell Zustimmung. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen den Bau und sucht Hilfe bei Heide Simonis.


Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) soll das Projekt in Halstenbek stoppen. Foto:pt

Die Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne ahnt Schlimmes: Laut Gudrun Gabriel-Schröder und Helen Jones-Kerby werden die Mitglieder der Gemeindevertretung am Montag, 21. Juni (19 Uhr, Realschule), mehrheitlich für die Großinvestition von etwa 100 Millionen Euro der Grundstücksgesellschaft Halstenbek Immels, im Bereich des Gewerbegebiets zwischen Eidelstedter Weg und Gärtnerstraße stimmen.

Doch damit sich der Positivtrend, der sich bereits in der Bauausschuss-Sitzung abzeichnete, nicht wiederholt, setzen die BI-Mitglieder auf Hilfe von ganz oben: Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) soll vor allem ihr Veto gegen die Ansiedlung des Fachmarktzentrums mit Verbrauchermarkt (etwa 11 000 Quadratmeter) einlegen.

In dem Brief an die Landesmutter, der Tageblatt/BZ vorliegt und gestern gen Kiel abgeschickt wurde, formulieren die Gegner ihre Haltung: „Die BI spricht sich nicht grundsätzlich gegen die behutsame Entwicklung in der Wohnmeile aus, die unsere beiden Ortskerne (Halstenbek Ort, Krupunder) nicht bedroht.“ Doch das Fachmarktzentrum dürfe nicht gebaut werden, weil laut Landesraumplanung Bauten in solcher Größenordnung nicht zulässig seien und außerdem ansässiger Einzelhandel massiv in seiner Existenz bedroht werde.

Simonis, so die BI-Argumentation, solle sich daran erinnern, dass die Landesregierung in 2002 schon einmal den Bau eines 5000 Quadratmeter großen famila-Markts untersagt hatte, weil in Halstenbek als Stadtrandkern 2. Ordnung solche Zentren nicht gebaut werden dürften.

Das „Umkrempeln“ des gesamten Ortes hätte verheerende Folgen, heißt es weiter. Simonis solle sich im Klaren darüber sein, dass es wider die Lebensqualität sei, wenn ein solch gigantisches Projekt an dieser Stelle realisiert werden würde. Menschen würden wegziehen, die Einkommenssteuer wegbrechen.