Halstenbek: Zwei Hilferufe Richtung Kiel
Pinneberger Zeitung vom 1. Juli 2004
Nachdem der Halstenbeker Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Erweiterung der Wohnmeile (B-Plan 62) gefasst hat, haben gleich zwei Gruppen des Ortes die Landesregierung um Hilfe gebeten. In Kiel gingen Briefe des Vereins Halstenbeker Fachgeschäfte und der Bürgerinitiative für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne ein.
Der Fachgeschäfte-Verein, dessen 26 Mitglieder ihre Läden überwigend im Ortskern haben, spricht sich klar für die Erweiterungspläne aus - mit einer Ausnahme. Den großflächigen Verbrauchermarkt, der als "Magnet" für die Wohnmeile dienen soll, wird kategorisch abgelehnt. "Bitte bleiben Sie bei ihrer Entscheidung aus dem Jahr 2002", heißt es in dem von den Vorstandsmitgliedern Caroline Wolfsen und Hanns-Jochem Cremer unterzeichneten Schreiben.
Vor zwei Jahren hatte die Landesplanung die Ansiedlung eines Famila-Verbrauchermarktes in der Wohnmeile abgelehnt. "Wenn Sie jetzt für den Verbrauchermarkt im Gewerbegebiet votieren, erschweren Sie die Umsetzung der Planungen für den Ortskern und versetzen damit nach unserer Auffassung dem Halstenbeker Ortskern den Todesstoß."
Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne spricht sich klar gegen das Gesamtprojekt aus, das aus Bürokomplexen, Möbel- und Verbrauchermarkt und einem Seniorenzentrum besteht. Die Bürger befürchten eine Verkehrslawine, das Sterben der Nahversorgung in den beiden Ortskernen und riesige Betonbauten, die den Anwohnern direkt vor die Nase gesetzt werden.

