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Hier entsteht das Entree zum neuen Gewerbegebiet

Wohnmeile: Am Gewerbering wird für 5,5 Millionen Euro ein Küchen-Fachmarkt gebaut.

Rainer Burmeister in: Pinneberger Zeitung vom 13. Juli 2004

Ist das schon der Start für die gigantische Erweiterung der Halstenbeker Wohnmeile? Wer sich in den bauplanerischen Details nicht so auskennt, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Kaum wurde im vergangenen Monat der Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss für das 100 Millionen Euro teure Investitionsvorhaben von der Halstenbeker Gemeindevertretung gefasst, da geht es schon los mit den Bauarbeiten.

Doch so schnell sind nicht einmal die auf einen zügigen Baubeginn erpichten Großinvestoren aus der Hamburger Greve-Dynastie. Zunächst wird nur das Teilstück des unvollendeten Straßenstummels Gewerbering um einen Neubau erweitert. Unmittelbar neben dem Möbeldiscount "SB-Philip" von Thomas Schulenburg entsteht das Geschäftshaus von "Küchen aktuell". Für 5,5 Millionen Euro wird am Rande der Wohnmeile bis zum Jahresende ein Küchen-Fachmarkt mit einer Verkaufsfläche von 4000 Quadratmetern errichtet. Zurzeit werden die Betonfertigteile mit Hilfe von Telekränen wie in einem überdimensionalen Puzzlespiel zusammengesetzt.

Der Gewerbering wird später das Entree für das neue Großbauvorhaben sein, falls die Landesplanung für das heftig umstrittene Projekt grünes Licht gibt. Für die geplante Ansiedlung eines Fachmarktzentrums mit einem Real-Verbrauchermarkt (11 000 Quadratmeter Verkaufsfläche), einem Möbelhaus (19 000 Quadratmeter) sowie Bürobauten (30 000 Quadratmeter Nutzfläche) als Kernstücke sind jetzt die ersten Schritte im Bebauungsplanverfahren unternommen worden.

Für das vor allem von den Einzelhandels- und Wirtschaftsvereinigungen im Raum Halstenbek/Rellingen/Pinneberg bekämpfte Großbauvorhaben hat die Gemeinde Halstenbek inzwischen die so genannte Landesplanungsanzeige dem Kieler Innenministerium zugeleitet. Damit bekommen die Landesplaner die ersten Eckdaten offiziell auf den Tisch.

Seit langem laufen bereits politische Bemühungen des Pinneberger Landtagsabgeordneten Bernd Schröder (SPD), den zuständigen Ministern in der Landesregierung das Greve-Projekt schmackhaft zu machen. Dazu gehören Hinweise auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die wirtschaftliche Stärkung der Region gegenüber Investitionsvorhaben im Hamburger Stadtteil Eidelstedt (Möbel Kraft/Krieger) und die Hoffnung auf Gewerbesteuereinnahmen.

Auch die Planungsabteilung des Kreises Pinneberg hat eine Stellungnahme nach Kiel auf den Weg gebracht. Darin wird auf die bestehende Rechtslage hingewiesen: Demnach kann Halstenbek als Stadtrandkern II. Ordnung nicht Standort eines Gewerbezentrums mit einem weit über die Gemeinde hinaus gehenden Einzugsbereich sein. Allerdings können solche Beschränkungen von der Landesplanung auch geändert werden. Zuletzt erhoffte sich vor zwei Jahren die Verbrauchermarkt-Kette Famila grünes Licht für eine Ansiedlung im Gewerbeerweiterungsgebiet der Wohnmeile. Doch Kiel zeigte den Famila-Managern die rote Karte.

In der Kreisverwaltung setzt Regionalplaner Hartmut Teichmann angesichts sich überschneidender Einzugsbereiche im großflächigen Einzelhandel auf mehr Kooperation und Koordination der betroffenen Kommunen. Alleingänge wie die Ansiedlung von Marktkauf in Prisdorf, der Bau des riesigen Famila-Markts am Wedeler Weg im Neubaugebiet Rosenfeld, der Edeka-Flop am Gehrstücken und jetzt die Planungen in Halstenbek lassen diese Abstimmung bisher vermissen. Für den 26. August ist ein Stadtumlandplanungsgespräch terminiert. Dabei dürfte auch das Halstenbeker Großprojekt im Mittelpunkt stehen. Eingeladen sind die Verwaltungschefs und Fraktionsvorsitzenden aus Halstenbek, Pinneberg, Rellingen, Appen und dem Amt Pinneberg-Land.