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30 Meter Grünstreifen als Schutzwall

Dietmar Vogel in: Pinneberger Tageblatt vom 3. September 2004

Dr. Brigitte Fronzek (SPD), Bürgermeisterin von Elmshorn, frotzelt: „Das wird nie was.“ In Pinneberg sind Verwaltung und Politik jedoch alles andere als gelassen, Bürgerinitiativen und Kaufleute aus der Ortsmitte Halstenbeks erhöhen die Druckkulisse, Ministerpräsidentin Heide Simonis und Innenminister Klaus Buß (beide SPD) sollen ein Veto einlegen: Die Pläne Halstenbeks, im Bereich Eidelstedter Weg/Gärtnerstraße ein Mega-Gewerbegebiet auf etwa 100 000 Quadratmetern zu schaffen, schlagen Wellen.

Und in der Baumschulgemeinde selbst? Herrscht kreative Gelassenheit. In den Ausschüssen wird nach dem positiven Beschluss in der Gemeindevertretung mehr oder weniger intensiv diskutiert, der Bürger sitzt passiv im Zuschauerraum. Dieses Elfenbeinturm-Denken der Politiker wollten die Christdemokraten jetzt ändern und luden zu einem so genannten CDU-Bürgergespräch in das HT-Sportlerheim ein.

Thema des ersten Treffens: „Chancen und Risiken des Gewerbegebiets“. Unions-Chef Otto Sajitz und Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Tews sahen sich 25 kritischen Gesichtern gegenüber und versuchten zunächst, die Position der Partei zu verdeutlichen. Primäre Aussage: Ein eindeutiges Ja der CDU zu den Plänen, „die seit 20 Jahren in der Schublade liegen“, so Sajitz selbstbewusst.

Die Partei-Spitze ist sich einig darüber, dass Büros, Seniorenheim, Verbrauchermarkt und Wohnungen für etwa 100 Millionen Euro kein „Pappenstiel“ sind und sich besonders die Verkehrsströme in diesem Areal radikal verändern werden. Pinneberg, Hamburg, Schenefeld und Rellingen - die umliegenden Gemeinden und Städte werden im Randbereich massiv betroffen sein. Dementsprechend äußerten die Anwesenden ihre massiven Bedenken, auch Ängste.

Sajitz, der sich zusätzlich mit der Kritik der Kieler Landesplanung konfrontiert sieht, das Gesamtvolumen gefälligst abzuspecken (Tageblatt/BZ berichtete), kündigte ob des öffentlichen Drucks an, dass „in jedem Fall ein Verkehrsgutachten erstellt werden muss“. Ob intern oder extern mit Unterstützung des Investors, müsse noch geklärt werden, so der Christdemokrat.

Durchaus vage blieb die CDU in Sachen „Nahversorgungs-Möglichkeiten im Ort Halstenbek“. Wie berichtet, bilden die Kaufleute eine massive Kritikerfront und sehen sich durch die Konkurrenz im Süden massiv in ihrer Existenz bedroht. Wie der Machtkampf ausgeht, „ist schwer einzuschätzen. Wir hoffen aber, dass in Halstenbek-Ort auch etwas Neues entsteht“, hielt sich der CDU-Vorsitzende bedeckt.

Ein Versprechen konnten die Teilnehmer der Inforunde mit nach Hause nehmen: Sajitz kündigte an, dass sich die CDU dafür einsetzen wolle, dass „ein so genannter echter Grünstreifen in 30 Meter Breite die Anwohner von dem Gewerbe-Areal abschirmen soll“. Außerdem gab es von Seiten der Politiker an diesem Abend eine weitere Zusicherung: Es soll zum besseren Verständnis des Projekts ein Modell 1:100 gebaut werden - was „der Investor leisten muss“, so Sajitz.