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Bruno Egge rüffelt Brigitte Fronzek

Halstenbek: Bürgermeister kritisiert Auftritt der Elmshorner Amtskollegin in seiner Gemeinde.

Rainer Burmeister in: Pinneberger Zeitung vom 16. September 2004

Schriftlich und in ungewöhnlich deutlichen Worten hat sich Halstenbeks Bürgermeister Bruno Egge über einen Auftritt seiner Elmshorner Kollegin Brigitte Fronzek in der Baumschulgemeinde beschwert. In einem Brief, der der PZ vorliegt, jedoch gestern noch nicht im Elmshorner Rathaus vorlag, bezeichnet Egge ihre Teilnahme an einer Versammlung der Bürgerinitiative zur Erhaltung der Halstenbeker Ortskerne als "geschmacklos".

Es ging um die geplante Erweiterung der Wohnmeile, die aus Fronzeks Sicht auch Auswirkungen auf die Region und Elmshorn hat. "Solange es ,meine Gemeinde Halstenbek' betrifft, bleiben Sie bitte in Elmshorn", teilt Egge der "verehrten Frau Kollegin" mit. "Ich reibe meine Augen verdutzt und glaube nicht, was ich sehe", beschreibt er sein Befinden. "Frau Dr. Fronzek macht in Halstenbek Front gegen das neue Gewerbegebiet. Das hat schon was." Politik sei auch eine "Frage des Stiles und des Ortes". "So etwas tut man nicht", belehrt der Verwaltungschef die Kollegin mit Hinweis auf das "Angeliter Landrecht". Des Weiteren kreidet er Brigitte Fronzek an, schon zum dritten Mal in dieser Sache tätig geworden zu sein. Zudem sei die Bürgermeisterin massiv gegenüber dem Minister in Kiel tätig geworden.

"Wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an", kommentiert Brigitte Fronzek Egges Verhalten. "Geschmacklos" sei es, öffentlich über Kollegen herzuziehen. Sie habe die Einladung nach Halstenbek angenommen, weil sie erwartet hatte, dort mit Bruno Egge diskutieren zu können. Doch der war nicht eingeladen worden. Im Übrigen liege es ihr fern, sich in Halstenbeker Angelegenheiten einzumischen. Aus ihrer Sicht gebe es keinen Anlass für Egges Kritik. Denn in Deutschland gelte die freie Meinungsäußerung auch für Bürgermeisterinnen.