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Halstenbek: Protest gegen das Großprojekt

Konkurrenz: Bürger befürchen Ausbluten der Ortskerne, wenn das Fachmarktzentrum neben der Wohnmeile entsteht.

Arne Kolarczyk in: Pinneberger Zeitung vom 16. Dezember 2004

Erst Knick-Ei, jetzt Wohnmeilenerweiterung: Erneut werden Halstenbeks Bürger um ihre Unterschrift gebeten. Nach der Sammlung gegen die Fertigstellung der Hallen-Ruine geht diesmal die Bürgerinitiative für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne auf Stimmenjagd: "Wir wollen dokumentieren, daß viele Bürger gegen das Großprojekt in der Wohnmeile sind", erläutert Gudrun Gabriel-Schröder (46), die Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI).

Wie berichtet, plant der Hamburger Investor Greve auf einer Fläche von 100 000 Quadratmetern den Bau eines riesigen Fachmarktzentrums. Es soll unter anderem einen Verbrauchermarkt, ein Möbelhaus, ein Bürogebäude sowie eine Seniorenresidenz enthalten. Die Gemeindevertretung sprach sich im Juni dafür aus, die Pläne weiterzuverfolgen.

"Wir haben uns bei der Kommunalaufsicht erkundigt. Ein Bürgerbegehren ist in dieser Sache zum jetzigen Zeitpunkt nicht zulässig", bedauert die 46jährige. Dennoch sammelt die BI seit Anfang des Monats fleißig Unterschriften. Gabriel-Schröder: "Es wird gesagt, daß nur wenige Anlieger des Eidelstedter Weges gegen die Pläne sind. Wir wollen zeigen, daß sie in allen Teilen Halstenbeks kritisch gesehen werden."

Anfang November hatte die BI in einer Postwurfsendung auf die - ihrer Meinung nach zwangsläufigen - Folgen einer Gewerbegebietserweiterung hingewiesen: Der Tod der Nahversorgung in Halstenbek-Ort und Krupunder, die zusätzliche Verkehrsbelastung, der Wertverlust der Grundstücke und die optische Beeinträchtigung am Eidelstedter Weg durch die 23 Meter hohen Gewerbetürme.

"Wir haben so viel Resonanz bekommen, so daß wir uns spontan entschlossen haben, die Unterschriftenaktion zu starten", so die Initiatorin. Die Bürger seien nicht bereit, ihre Wohn- und Lebensqualität zu Gunsten des Projektes aufzugeben. Die Listen liegen im Spar-Markt, dem Zeitschriftenladen Madadi, der See-Apotheke und dem Blumenladen Hesse (alle in Krupunder) sowie in Halstenbek-Ort in der Buchhandlung Cremer, den Schlachtereien Theegen und Gade sowie dem Geschäft Blume im Dorf aus. "Wir haben außerdem 30 bis 40 private Helfer, die in ihrem Umfeld sammeln", so Gabriel-Schröder. Anfang Januar will die BI auch auf dem Wochenmarkt sowie im Bereich der Bahnhöfe aktiv werden.

Die Aktion läuft bis zum 15. Januar. Das Ziel: Mindestens 2000 Unterschriften. Mehrere Hundert sind schon da. "Weit mehr als wir erwartet haben", freut sich die 46jährige. Sie will das Meinungsbild der Bürger im Januar an Verwaltungschef Bruno Egge übergeben sowie eine Kopie an das Innenministerium in Kiel schicken. Gabriel-Schröder: "Die Anfangsplanungen wurden nicht öffentlich behandelt. Wir hoffen, bei den weiteren Planungen auf einen demokratischen Prozeß."