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Wohnmeile: Pinneberg will mitreden

Andreas Daebeler in: Pinneberger Tageblatt vom 19. Januar 2005


Wohnmeile: Neben SB-Philip soll etwas Großes entstehen.

In Pinneberg geht die Angst um. Halstenbeks Planungen für ein gigantisches, 100 Millionen Euro teures Fachmarktzentrum in der Wohnmeile könnten nicht zuletzt die Kreisstadt als Mittelzentrum teuer zu stehen kommen. Vor allem der vorgesehene Mega-Verbrauchermarkt sorgt für Unruhe: Wird der Einzelhandels-Standort Pinneberg weiter geschwächt? Unsere Zeitung fragte nach, welche Handhabe die Kreisstadt angesichts der Planungen des Hamburger Investors Greve hat.

„Dieses Großprojekt, das dürfte unstrittig sein, wird sich auf unsere Strukturen auswirken“, so Klaus Stieghorst. Pinnebergs Bauamtschef bestätigte gestern, dass „uns die Planungen schon einmal offiziell vorgestellt wurden“. Es lägen aber noch keinerlei Gutachten vor, die Aufschluss über Auswirkungen für den Standort Pinneberg gäben. „Wir bewegen uns diesbezüglich im Bereich der Spekulation.“ Allerdings werde sich der Kreisstadt auf jeden Fall Gelegenheit bieten, Einfluss zu nehmen. „Wir müssen beteiligt werden, können unsere Stellungnahme abgeben, wenn Halstenbek einen Bebauungsplan auf den Weg bringt.“ Und was, wenn sich Vermutungen bestätigen, dass das Projekt unbedingt durchgedrückt werden soll, um den Investor in Schleswig-Holstein zu halten? „Dann könnte Pinneberg gegen den B-Plan klagen“, so Stieghorst. Und das Projekt verzögern, möglicherweise sogar zu Fall bringen - wie im Fall der Klage Rellingens gegen einen Verbrauchermarkt in Gehrstücken geschehen.

Allein stünde die Kreisstadt bei einem Kampf gegen die Schwächung des Mittelzentrums wohl nicht. Andere Standorte im Kreis - Rellingen, Uetersen, Schenefeld oder Tornesch - könnten Pinneberg zur Seite springen. Selbst Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Frontzek hatte kritische Worte gefunden: Die Planung passe nicht zu Halstenbek. Allein für die Einwohner der Baumschulgemeinde könne ein solches Fachmarktzentrum wohl kaum vorgesehen sein. Rellingens Bauamtsleiter Oliver Stolz, der „bislang nur aus der Presse von den Plänen weiß“, hat noch keine dezidierten Unterlagen aus Halstenbek. „Ich kann nicht ausschließen, dass es letztlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt“, sagt er. Es sei jedoch nicht sinnvoll, jetzt schon „mit den Säbeln zu rasseln“.

Halstenbeks Bürgermeister Bruno Egge kann auf die Frage, inwieweit das Großprojekt „eingedampft“ werden soll, noch keine Zahlen nennen: „Es wird aber über eine abgespeckte Version nachgedacht.“ „Das sind alles Vorgeplänkel“, so Egge. Rellingen sei noch nicht offiziell beteiligt worden, „weil die Landesplanung zunächst mit Pinneberg sprechen wollte.“

Wenn es nach den Grundsätzen der Landesplanung geht, sprengt das Vorhaben ohnehin sämtliche Rahmen. Da die Gemeinde Halstenbek zum Stadtrandkern zweiter Ordnung erklärt wurde, ist die Verkaufsfläche eigentlich auf maximal 2000 Quadratmeter beschränkt. Allerdings gibt es Hinweise, dass es auf höchster politischer Ebene Befürworter der Greve-Pläne gibt. Sollte deren Einfluss zu einer Genehmigung einer womöglich abgespeckten Version führen, könnten sich Pinneberg und Halstenbek also im schlimmsten Fall auch vor Gericht wiedersehen. Bauamtschef Stieghorst hofft, dass es dazu nicht kommt: „Wir sind gesprächsbereit.“

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