Halstenbeks Fachmarktzentrum vor dem Aus?
Landesplanung: Das Großprojekt nahe der Wohnmeile muß deutlich abgespeckt werden.
Rainer Burmeister in: Pinneberger Zeitung vom 20. Februar 2005
Kommt jetzt das Aus für das gigantische Fachmarktzentrum im Halstenbeker Gewerbegebiet? Wie im Hamburger Abendblatt berichtet, werden für derartige Großprojekte neue Grenzwerte festgelegt. Innenminister Klaus Buß (SPD) verkündete, daß die Fortschreibung des Landesraumordnungsplans am 31. Januar in Kraft tritt. Ziel sei es, Kaufhäuser und Fachmärkte mit mehr als 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie Einkaufszentren mit mehr als 15 000 Quadratmetern in der Regel nur noch in sogenannten Oberzentren anzusiedeln. Oberzentren sind die Städte Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.
In Halstenbek sahen die Eckdaten für das von der Hamburger Investorengruppe Greve betriebene Vorhaben bislang unter anderem ein 11 500 Quadratmeter großes Fachmarktzentrum sowie einen Möbelhandel auf 19 000 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Doch diese Vorgaben sind nach Darstellung von Bauamtsleiter Holger Lange bereits überholt. Deutlich geringer würden die Größe der Verkaufsflächen ausfallen, dabei dürfte auch die Grenze von 10 000 Quadratmeter für das Fachmarktzentrum unterschritten werden.
Im übrigen sei man dabei, im Kontakt mit der Landesplanung die Prüfung eines sogenannten Zielabweichungs-Verfahrens vorzubereiten. Diese Ausnahmeregelung könnte in Betracht kommen, falls sich Halstenbek mit den benachbarten Kommunen in der Region über die Erweiterungspläne der Wohnmeile verständige.
Schon "traditionell", so Lange, sei mit den vorhandenen Geschäften in der Wohnmeile die gewöhnlich für einen Stadtrandkern II. Ordnung geltenden Grenzen überschritten worden.
Auch der Pinneberger Landtagsabgeordnete Bernd Schröder (SPD) setzt auf eine abgespeckte Lösung. Daß die zunächst genannten Zahlen nicht realisierbar seien, wäre von Anfang an klar gewesen. Schröder, der wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag ist, hält nichts davon, eine Planung von vornherein pauschal zu unterstützen oder abzulehnen.
Es müsse möglich sein, einen Kompromiß zu finden. Doch gelte es, die Wohnmeile auch im Hinblick auf die drohende Konkurrenz kurz hinter der Hamburger Landesgrenze zu stärken. Dies stehe auch nicht im Gegensatz zu der sich jetzt abzeichnenden raschen Aufwertung des Halstenbeker Ortskerns (die Pinneberger Zeitung berichtete).
Bis auf die Grünen und eine Bürgerinitiative unterstützen die Fraktionen der Halstenbeker Gemeindevertretung das Konzept der Wohnmeilenerweiterung.

