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Bauen in Krupunder? Alle winken ab

Geplantes Zentrum auf der Halstenbeker Seite der Autobahn schreckt ab. Rellingen will das Großprojekt verhindern.

Rainer Burmeister in: Pinneberger Zeitung vom 16. Januar 2007

Die Bewohner des Rellinger Ortsteils Krupunder müssen auch in diesem Jahr mit einem stark eingeschränkten Einzelhandelsangebot zurechtkommen. Einziger Anbieter ist der angejahrte Aldi-Markt. Nach der Schließung des letzten Spar-Lebensmittelmarkts im November 2002 hat die Gemeinde zwar einen Bebauungsplan für ein neues Nahversorgungszentrum in Höhe der Einmündung Kellerstraße/Hermann-Löns-Weg auf die Beine gestellt. Doch Frischemarkt und Discounter konnten bisher nicht realisiert werden.

"Wir haben allen in Frage kommenden Investoren die Flächen angeboten", sagt Bauausschusschef Eckhard Schlesselmann (CDU). Doch mit Hinweis auf das geplante riesige Einkaufs- und Bürozentrum (Greve-Projekt) auf der Halstenbeker Seite der Autobahn winkten alle Unternehmen ab. Neben dem Real-SB-Warenhaus mit 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche sind ein Möbel- und Einrichtungshaus mit 19 000 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen. Hinzu kommen ein Drogeriemarkt (800 Quadratmeter), eine "Mall" für Fachgeschäfte (1100 Quadratmeter) sowie eine Senioren-Residenz mit 200 Einheiten und zunächst 15 000 von geplanten 34 000 Quadratmetern Büroflächen.

Weil die Ausmaße des Greve-Projekts alle zulässigen Planvorgaben sprengen, hat Halstenbek ein Zielabweichungsverfahren beantragt, über das voraussichtlich im Frühjahr entschieden wird. Noch gibt es kein grünes Licht der Landesplanung.

Aus Rellinger Sicht und der Einschätzung weiterer Kommunen darf es dazu auch nicht kommen. Schlesselmann spricht von einer "Kannibalisierung" des Einzelhandels, laut Gutachten geplantem preisaggressivem Vorgehen der Verbrauchermarkt-Betreiber zu Lasten der vorhanden Strukturen. Kein Verständnis hat er für den Bau neuer Büroflächen angesichts Leerständen von einer Million Quadratmetern in Hamburg. Auch die Verkehrsbelange seien nicht genügend gewürdigt worden. Schon jetzt wirken sich die Staus nicht nur bei Verkaufssonntagen und Sonderaktionen auf Rellingen aus.

Schlesselmann: "Das Projekt soll um jeden Preis durchgesetzt werden, obwohl bis auf Halstenbek und den Kreis mit Landrat Wolfgang Grimme an der Spitze alle Kommunen dagegen sind." Falls die Argumente der Gegner nicht berücksichtigt werden, schließt Schlesselmann letztlich eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht aus und hofft auf die Unterstützung der anderen Kommunen. Schon einmal hatte Rellingen vor Gericht Erfolg, als das Pinneberger Verbrauchermarktprojekt Gehrstücken gekippt wurde.

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