Klage gegen das Greve-Projekt
Am 5. April einigten Investor Helmut Greve und die Gemeinde Halstenbek über die Bebauung der 100 000 Quadratmeter großen Fläche südlich der Wohnmeile. Die "Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne" hält dagegen.
Dietmar Vogel in: Pinneberger Tageblatt vom 23. Mai 2007

5. April, Rathaus Halstenbek: Investor Helmut Greve (rechts) und seine rechte Hand, Ralph Knist von "Greves AlsterCity Verwaltungsgesellschaft", haben gut lachen.

Wollen weiter mit der idyllischen Brachfläche, besser noch mit einem Park südlich der Wohnmeile leben: Die Mitglieder der "Bürgerinitiative für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne". Fotos (2): Vogel
Die Unterschriften-Aktion um die Jahreswende 2004/2005 spricht eine deutliche Sprache. 1400 Namen, Menschen aus Halstenbek, sagten Nein zu dem Greve-Projekt. Dahinter verbirgt sich die Bebauung der riesigen Freifläche zwischen Gärtnerstraße, Eidelstedter Weg und Seemoorweg (siehe Kasten).
Die "Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt der Halstenbeker Ortskerne" hat die Vereinbarung unter den Kontrakt im Anschluss an das so genannte Zielabweichungsverfahren in Beisein von Innenminister Dr. Ralf Stegner und Investor Helmut Greve am 5. April zur Kenntnis genommen. Stillhalten wollen die Anwohner nicht. Sie wollen gegen den Bau von Fachmarkt, Büros, Seniorenresidenz und Fastfood-Restaurant und die Verkehrs-Zunahme klagen.
"Nach Meinung der BI hätte man das Zielabweichungsverfahren unter diesen Voraussetzungen nicht genehmigen dürfen. Da diverse Politiker und beteiligte Ministerien sich trotzdem dafür ausgesprochen haben, gehen wir von einer rein politischen Entscheidung aus. Der Wille des Wahl- und Zahlvolks und sachliche Umstände spielten hier keine Rolle", so die Sprecherinnenn Gudrun Gabriel-Schröder und Helen Jones-Kerby.
Mit dem Pinneberger Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Mecklenburg wollen die Greve-Kritiker eine Druckkulisse aufbauen, die das 100-Millionen-Euro-Projekt verhindern, zumindest verzögern könnten. Kritikpunkte sind das "mangelhafte Verkehrsgutachten und die mangelhafte Verträglichkeitsanalyse zum Fachmarktzentrum". Dahinter verbirgt sich aus BI-Sicht die verzerrte Wahrnehmung in Bezug auf zusätzliche 7000 Pkw täglich. Die BI bemängelt, dass das Gutachten nicht berücksichtige, ob der Verkehr durch Besucher des Einkaufszentrums und des Möbelhauses zunehme oder ob Nutzer "der Büros, des Schnellrestaurants und der Seniorenresidenz gemeint sind".

