Kommt Höffner nach Halstenbek?
Von Dietmar Vogel , in: Pinneberger Tageblatt vom 21. August 2008
Möbel-Unternehmer Kurt Krieger droht Hamburg mit einer Klage in Höhe von 20 Millionen Euro, wenn sein Bauvorhaben in Eidelstedt gekippt wird. Der Investor soll die Wohnmeile als Alternative ins Spiel gebracht haben. Leere Drohung oder doch mehr?
Etwa 14 Jahre Planungszeit für das neue, etwa 45 000 Quadratmeter große Möbelhaus in Eidelstedt sind verstrichen, stets die Hoffnung vor Augen, dass Baurecht geschaffen wird. Etwa 20 Millionen Euro, möglicherweise sogar etwa 40 Millionen Euro laufende Kosten wurden investiert, weil Krieger - um Platz zu schaffen - eine ganze Wohnsiedlung am Depenbrook aufgekauft hatte. Den Eigentümern wurden acht neue Einfamilienhäuser am Rungwisch gebaut.
Krieger will vor den Toren von Halstenbek für insgesamt 80 Millionen Euro bauen. Mit eisernem Willen. Doch die jetzt bekannt gewordenen möglichen Geheimabsprachen des Hamburger Senats aus CDU und GAL zum Thema Möbel-Höffner - die GAL stehe dem Projekt kritisch gegenüber - rückt möglicherweise auch den Standort Halstenbek in den Fokus der Öffentlichkeit.
Fakt ist: Krieger ist alles andere als euphorisiert. Gegenüber Welt online sagte er: "Wir wollen bauen, nicht vor Gericht klagen. Aber wenn die Stadt jetzt von ihren Zusagen zurücktritt, werden wir unsere Forderungen bis auf den letzten Cent geltend machen."
Das Szenario, dass der Höffner-Komplex auf dem Wohnmeilen-Areal gebaut werden könnte, wurde in der Gemeindeverwaltung an der Gustavstraße noch nicht durchgespielt. Eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht. Doch hinter vorgehaltener Hand ist aus Reihen der Verwaltungsspitze zu hören, dass "ein attraktives Angebot" nicht von vornherein ausgeschlagen werden soll. Der Flächennutzungsplan in und um die Gärtnerstraße herum könne durchaus geändert werden. Die Abstimmung darüber, ob in der Wohnmeile ein solcher Möbel-Gigant überhaupt realisiert werden kann, muss dagegen stets mit der Landesplanung abgestimmt werden.
Inwieweit eine Lösung in verkehrlicher, stadtplanerischer und wirtschaftlicher Hinsicht zudem realistisch ist, sei dahingestellt. Doch Beobachter schließen nicht aus, dass Kurt Krieger beim Alternativ-Szenario noch zu einem weiteren Telefonhörer greifen müsste: dem von Helmut Greve (86). Dem Hamburger Bauunternehmer gehören 100 000 Quadratmeter Fläche der Wohnmeile.

