Greve-Projekt: Was zahlt Halstenbek
Dietmar Vogel , in: Pinneberger Tageblatt vom 18. Juni 2009
Das Investorenkonzept der AlsterCity Verwaltungsgesellschaft (Greve-Gruppe) für den Bebauungsplan 62 (Immelsweg/Seemoorweg/Eidelstedter Weg) hat es in sich. Südlich der Wohnmeile sollen etwa 34 000 Quadratmeter Bürofläche etwa 22 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für eine Seniorenresidenz etwa 16 000 Quadratmeter Verkaufsfläche für einen Möbelmarkt etwa 6900 Quadratmeter Vekaufsfläche klein- und großflächiger Einzelhandel etwa 500 Quadratmeter für ein Schnellrestaurant sowie etwa 82 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Gewerbe entstehen. Superlativen, die seit Jahren Politik, Verwaltung, Bürger und Anwohner der Wohnmeile beschäftigen. Jetzt kommt Bewegung in das Projekt inklusive B-Plan 66 für etwa 43 000 Quadratmeter Gewerbefläche zwischen Lübzer Straße/Eidelstedter Weg/Seemoorweg: Während der Sitzung des Bauausschusses wurde über das Verkehrsgutachten diskutiert. Ein Antrag der Grünen, den B-Plan 62 sofort ad acta zu legen, wurde mehrheitlich niedergestimmt.

Dr. Ralph Knist, Mitglied des Vorstands Dr. Helmut Greve Hamburg, erklärte das Nutzungskonzept im Gewerbegebiet.

Experte Rolf Sachau aus Hamburg stellte kritische Verkehrsknotenpunkte im Bereich des Wohnmeilenprojekts vor. das Gutachten wurde vom Investor AlsterCity/Greve bestellt.
Im Einzelnen: Untersucht wurden insgesamt 17 verkehrliche Brennpunkte (K 1-17). Verkehrsexperte Rolf Sachau aus Hamburg, der das Ergebnis gemeinsam mit Katja Schmidt vortrug, legte besonders die Schwächen offen. "Der Knotenpunkt (K) 5 - Gärtnerstraße/Lübzer Straße/Kellerstraße - ist nicht leistungsfähig. Separate Rechtsabbiegestreifen in nördlichen, östlichen und südlichen Knotenarm sowie ein zusätzlicher Geradeausstreifen im nördlichen Knotenarm sind erforderlich." Ein Brocken, der voraussichtlich laut Dr. Ralph Knist, Mitglied des Vorstands Dr. Helmut Greve, 50 Prozent der Gesamtinvestion in die Veränderung und Optimierung der verkehrlichen Infrastruktur ausmachen werde.
Glück im Unglück: Planungshoheit für K 5 liegt beim Land. Knist, während der Sitzung im Ratssitzungssaal vor Ort, betonte: "Damit hat Halstenbek nichts zu tun."
Doch um eine finanzielle Beteiligung wird die Gemeinde nicht herumkommen. Auch wenn vor allem Vertreter der Grünen es nicht wahr haben wollten: Die Lastenverteilung sieht einen gemeintlichen Anteil von 60 Prozent vor, der Investor übernimmt 40 Prozent. Erstaunlich für viele Beobachter: Anwohner am Eidelstedter Weg werden laut Gutachten "eher gering belastet". Maßnahmen, um den "Widerstand für den Durchgangsverkehr zu erhöhen", werden trotzdem vorgeschlagen: Die Rede ist von Fahrbahnverengungen.
Eingriffe, die die Kommune tragen muss. Gudrun Gabriel-Schröder (Grüne) ließ nicht locker und drängte auf eine "Hausmarke". Knist ließ endlich die Katze aus dem Sack: "Die Kosten aller verkehrlichen Maßnahmen liegen bei etwa 2,9 Millionen Euro."
Birgit Andersek (Grüne), Ausschuss-Vorsitzende und strikte Gegnerin des Mammut-Projekts, rechnete prompt vor: "1,5 Millionen Euro müssen umgelegt werden." Summen, die bei Bürgern für Erstaunen sorgten. "Das dicke Ende kommt noch", war zu hören. Es nutzte nichts: Auch der Antrag der Grünen um genau 21.10 Uhr, den Bebauungsplan 62 ad acta zu legen und die Fläche mit verkehrsarmen, mittelständischen Betrieben bestücken, wurde mit sieben Nein-, drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.
Ist das Projekt zu stoppen? CDU und FDP ließen keine Zweifel aufkommen: "Sie sind uns willkommen", lautete es euphorisch an die Adresse von Dr. Ralph Knist. Das Ergebnis des Verkehrsgutachtens wird jetzt in den Fraktionen beraten. Gibt es grünes Licht von der Gemeindevertretung, werden die Kosten detailliert im städtebaulichen Vertrag geregelt. Der Startschuss für das Bauleitverfahren ist dann wohl nicht mehr zu überhören.

