Bei der CDU regiert Familie Sajitz
Heute um 19 Uhr tritt in der Grundschule Bickbargen die neue Gemeindevertretung zu ihrer ersten Sitzung zusammen.
Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 23. Juni 2008
Bei den Christdemokraten in Halstenbek wird Parteiarbeit und Politik immer mehr zur Familienangelegenheit. Am Montag, 23. Juni, soll in der Gemeindevertretung Otto Sajitz auf CDU-Vorschlag erneut zum Bürgervorsteher gewählt werden. Auch seine Ehefrau Kirsten Sajitz hat bereits einen weiteren wichtigen Posten übernommen.
Einstimmig wurde die Mutter dreier Kinder zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. Damit trat sie die Nachfolge des unrühmlich abgetretenen Vorgängers Steven Wrage an. Er war im Verlauf von Erpressungsvorwürfen gegen führende Christdemokraten "mit Rücksicht auf seine Familie" zurückgetreten. Seitdem war die Position des Fraktionschefs nicht wieder besetzt worden. Die Ermittlungen dauern an..
Gleichrangige Stellvertreter von Kirsten Sajitz sind Helmuth Ahrens und Hans-Jürgen Rebenther. Das Trio wurde einstimmig gewählt. CDU-Insider sehen mit Kirsten Sajitz eine Frau im Amt, die sich im Gegensatz zu Wrage nicht so stark in den Vordergrund dränge, und auch anderen Fraktionsmitgliedern eine Chance lasse..
Bereits Ende vergangenen Jahres war Kirsten Sajitz zur Parteichefin des CDU-Gemeindeverbands gewählt worden. Dort trat sie die Nachfolge des vorzeitig zurückgetretenen Kreistagspolitikers Hendrik Neels an. Der war wegen Arbeitsüberlastung gegangen. Mittlerweile kreideten ihm seine Halstenbeker Parteifreunde - wie berichtet - mangelnden Einsatz im Wahlkampf an..
Hans-Jürgen Rebenther wird "aus familiären Gründen" nicht mehr als Stellvertreter von Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann kandidieren, möchte aber erneut Hauptausschussvorsitzender werden. Sowohl von Seiten der Grünen als auch der SPD wird sein teilweise überheblicher Arbeitsstil kritisiert. Dem Vernehmen nach war es auch in der Verwaltung zu Unstimmigkeiten wegen Eigenmächtigkeiten Rebenthers gekommen. Weder der Christdemokrat noch die Bürgermeisterin wollten sich zu den Differenzen äußern.Bei Amtsleiter Holger Lohse laufen die Fäden zusammen, wenn es um die Organisation der Sitzungen der Gemeinde Halstenbek geht. Doch die Tatsache, dass die Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl auf Grund der Überhangsmandate von 27 auf 37 Sitze gewachsen ist, bringt den Verwaltungsexperten doch ins Grübeln. Wo soll das höchste Gremium künftig tagen, ohne dass sich Verwaltung und Selbstverwaltung auf den Füßen stehen?
Auf Nachfrage unserer Zeitung muss Lohse eingestehen: Auf den schicken Raum der neuen Mensa an der Grundschule Bickbargen - in der Vergangenheit immer mal wieder für die Sitzung benutzt - wird wohl künftig verzichtet werden müssen. Zu eng, das gibt auch Lohse zu. So bleibt wohl nichts anderes übrig, als - wie gehabt - öfter in die Aula der Grundschule Bickbargen einzuladen.
Bleibt noch, so Lohse, in jedem Fall die Aula der Gemeinschaftsschule an der Feldstraße.
Als einzige Alternative? Szenekenner blicken schon mal über den Tellerrand hinaus. Beispiel: neuer Treffpunkt des Schützenvereins von 1886 am Schützenplatz. Der Tagungs- und Sitzungsraum ist großzügig geschnitten, bietet Atmosphäre.

