Streit um die Führung in Ausschüssen
CDU-Kandidat für Vorsitz im Hauptausschuss abgelehnt. Grünen-Kandidatin fällt ebenfalls für Bauausschuss-Leitung durch.
Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 25. Juni 2008
Welch ein harmonischer Auftakt: Vor Beginn der konstituierenden Sitzung der Halstenbeker Gemeindevertretung versammelten sich die Mitglieder zum Gruppenbild vor der Linse von Fotograf Edgar Wacker. Und Bürgervorsteher Otto Sajitz (CDU) fand nach seiner einstimmigen Wiederwahl salbungsvolle Worte: "Erster Diener und nicht Chef oder Teamleiter" wolle er mit Gottes Hilfe sein. Gräben sollten "mit Vertrauen und Respekt überbrückt werden".
Von wegen! Wenig später fing in der Gemeindevertretung das Hauen und Stechen an. Die Grünen lehnten den CDU-Kandidaten für den Vorsitz des Hauptausschusses, Hans-Jürgen Rebenther, ab. Fraktionschefin Ines Strehlau: "Wir haben ein Problem mit Herrn Rebenther. Wir wünschen uns im Ausschuss eine überparteiliche Führung und einen Vorsitzenden, der Gästen eine Chance gibt, sich zu äußern." In der von den Grünen beantragten geheimen Abstimmung fiel der CDU-Kandidat mit 15 zu 16 Stimmen bei drei Enthaltungen knapp durch. Die CDU hat 14 Mandate in der Gemeindevertretung. Die Fraktion traf der Flop trotz der bekannten Haltung der Grünen unvorbereitet. Erst nach einer Sitzungsunterbrechung schlug Rebenther CDU-Fraktionschefin Kirsten Sajitz als neue Kandidatin vor. Sie wurde einstimmig gewählt.
Von Retourkutschen und einem Racheakt für Rebenther war wenig später in den Fraktionen von SPD und Grünen die Rede, als die Grünen-Kandidatin für den Bauausschuss, Birgit Andersek mit 16 zu 19 Stimmen durch fiel. Die CDU hatte geheime Wahl beantragt. Doch auch die Ersatzkandidatin Gudrun Gabriel-Schröder, einzige direkt gewählte Gemeindevertreterin der Grünen, rasselte diesmal sogar mit 12 zu 23 Stimmen durch. Diesmal hatte FDP-Fraktionschef Herwart Straub geheime Wahl beantragt. Die Grünen entschieden sich für einen neuen Anlauf in der nächsten Gemeinderatssitzung am 16. Juli.
Dann müssen weitere Ausschusschefs und Mitglieder neu gewählt werden, weil der Zuschnitt einzelner Ausschüsse noch geändert werden soll. Auf Antrag von SPD und Grünen tagen der Hauptausschuss und der Werkausschuss künftig öffentlich. Die weiteren Wahlen erfolgten einstimmig: stellvertretende Bürgervorsteher wurden

