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Andersek schafft's im zweiten Anlauf

Noch vor der Sommerpause sollte die Vakanz um den Vorsitz des Bauausschusses geklärt werden. Birgit Andersek wurde nach der Blamage vom 23. Juni erneut ins Rennen geschickt - es wurde für sie ein aufreibendes Nervenspiel.

Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 16. Juli 2008


Bangen . . .

Beten . . .

Hoffen . . .

Am 23. Juni lief die konstituierende Gemeindevertretersitzung von Halstenbek alles andere als geschmiert. Die Besetzung der Ausschuss-Vorsitzenden sorgte für Gesprächsstoff: Während die Grünen-Fraktion dafür sorgte, dass Christdemokrat Hans-Jürgen Rebenther als Hauptausschuss-Chef durchfiel, sorgte die CDU im Gegenzug als Leitwolf dafür, dass Birgit Andersek von den Grünen den Bauausschuss lediglich als Stellvertreterin verbuchen konnte. Am Montagabend klappte es dann im zweiten Versuch.

Ines Strehlau, Grünen-Fraktionschefin, legte sich ins Zeug, um ihre Partei-Freundin den Rats-Kollegen schmackhaft zu machen. Seit Mitte der 1990er Jahre sei Andersek mit der Materie vertraut, so Strehlau, "und hat jetzt auch beruflich damit zu tun."

Herwart Straub (FDP) hatte anschließend durch seinen typisch-trockenen Humor die Lacher für einen Moment auf seiner Seite. "Frau Strehlau, damit sich Nein-Sager aus Ihren Reihen nicht die Blöße geben müssen, beantrage ich eine geheime Abstimmung."

In weiser Voraussicht hatte die Gemeindeverwaltung dafür gesorgt, dass im Sitzungssaal des Vereinsheims der Halstenbeker Schützen - erstmals Gastgeber im neuen Vereinstrakt - eine Wahlkabine aufgestellt. Dieter Birnkraut (CDU), Christoph Bittner (SPD), Herwart Straub (FDP) und André Mettlach (Grüne) sorgten als Wahlausschuss für einen reibungslosen Ablauf.

Das Mimen-Spiel von Andersek während der Stimmabgabe und -auszählung sprach Bände. Anspannung pur am ganzen Körper, für die ehrgeizige Politikerin stand viel auf dem Spiel. Dann die erlösenden Worte von Bürgervorsteher Otto Sajitz (CDU): 19 Ja-, 15 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen. Kräftiges Knuddeln von Strehlau brachte Andersek das Lächeln zurück.

Während der Juni-Sitzung sagten noch 19 Mitglieder Nein, 16 Ja. Auch die vorgeschlagene Gudrun Gabriel-Schröder, Grünenpolitikerin mit dem einzig gewonnenen Direktmandat, wurde mit 23 Nein- gegen zwölf Ja-Stimmen damals in die Schranken gewiesen. Heiner Kohlhagen (Grüne) wird Andersek als Stellvertreter unter die Arme greifen. Am Dienstagabend leitete die neue


Durchatmen und Freuen bei Birgit Andersek und Ines Strehlau.

Bauausschuss-Vorsitzende ihre erste öffentliche Sitzung im Rathaus.

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