„Ortskern stirbt stets ein wenig mehr“
Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 9. Juli 2004
Von wegen Sommerpause: Die kreativen Köpfe der Halstenbeker SPD kennen keine Auszeit und basteln in Sachen Ortskern-Gestaltung weiter an einem schlüssigen Konzept. Bereits während der Gemeindevertretersitzung am 21. Juni ließen die Genossen mit einem Ergänzungsantrag aufhorchen. Inhalt: Die Verwaltung solle den Ortskernrahmenplan von 1997 weiterentwickeln.
Andrea Gröpper, stellvertretende Fraktionschefin, wurmt es mächtig, dass „der Plan seit Jahren ungenutzt in der Schublade schlummert.“ Dabei, so die Genossin, „enthält er wesentliche Vorschläge, wie der Ortskern attraktiver gestaltet werden könnte.“
Durch Umgestaltungen zur Verkehrsberuhigung entlang der Haupt-, Post-, Schul- und Gustavstraße sowie zur Attraktivitätssteigerung im Bereich Poststraße und Rathausvorplatz und einer gesamten Auflockerung des Ortskerns durch „Straßenbegleitgrün“ könnten laut SPD-Gedankenspiel folgende Ziele im Wortlaut erreicht werden:
- Bürger würden den Ortskern aufsuchen, um dort auch länger zu verbleiben und nicht nur die wichtigsten Dinge schnell einzukaufen;
- der Ortskern könnte sich zu einem Erholungs-, Kommunikations- und Erlebnisbereich entwickeln;
- Investoren wären eher bereit, Geschäfte und Gastronomiestätten, wie beispielsweise ein Cafe, zu eröffnen.
Die Sozialdemokraten scheuen nicht vor markigen Worten zurück. „Der Ortskern stirbt seit Jahren ein wenig mehr. Dieses lag zum einen an einem Desinteresse beziehungsweise einer Blockadehaltung dortiger Immobilien- und Grundstücksbesitzer.“ Zum anderen läge die Stagnation auch daran, dass die Gemeinde trotz dieser Probleme nicht deutlicher in Aktion getreten sei, so Gröpper.
Die SPD-Fraktion will alles daran setzen, dass die Gemeinde „durch gestalterische Elemente ihren Teil dazu beiträgt, den Ortskern zu beleben, um ein besseres Klima für Einzelhändler und Gastronomiebetreiber zu schaffen.“
Den Seitenhieb gegen die Unions-Fraktion will sich Gröpper selbstverständlich nicht verkneifen. Im Namen der SPD-Fraktion wirft sie den Christdemokraten eine Blockadehaltung vor, die unnötige Verzögerungen in der Planungsphase zur Folge hätten. Denn die Union habe sich nicht dazu durchringen können, den SPD-Ergänzungsantrag, die Nahversorgung im Ortskern und Krupunder zu sichern, gleich mit zu verabschieden“, so die stellvertretende Fraktionschefin. Denn eine Absichtserklärung habe schließlich vorgelegen.
Dieses hätte zu einer Beschleunigung geführt, weil die Verwaltung dann bereits hätte loslegen können, so Gröpper weiter. Stattdessen war nur die Verweisung des Antrags in den Bauausschuss möglich. „Dieses ist ärgerlich, da der Antrag ja nur Planungsvorschläge einfordern sollte.“
Im Hinblick auf die anstehende Erweiterung des Gewerbegebiets im Süden sei deshalb rasches Handeln erforderlich. Die Zeit dränge.

