Jetzt versuchts die SPD mit einer Idee von gestern
Ortskern: Halstenbeks Sozialdemokraten wollen den Rahmenplan von 1997 aus der Versenkung holen
Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 14. Juli 2004
Kann Halstenbeks vor sich hin schlummernder Ortskern - das als "müde Meile" bespöttelte Revier zwischen Hartkirchener Chaussee, Schulstraße und Gustavstraße - mit Rezepten von gestern in einen attraktiven Einkaufs-, Erlebnis- und Kommunikationtreffpunkt umgewandelt werden? Die Sozialdemokraten sind davon überzeugt. Sie wollen auf Basis des "Städtebaulichen Rahmenplans Ortskern" (SRP) dem tristen Zentrum neuen Schwung geben und Kaufleuten und Gastronomie zu rosigen Geschäftsaussichten verhelfen.
Der Rahmenplan wurde nach fünfjähriger Planung im Juni 1997 vorgestellt und verschwand dann - wie ähnliche Untersuchungen zuvor - sang- und klanglos in den Schubladen des Bauamts. Mit der Bergung dieses in sieben Jahre gut abgelagerten Schatzes kann es der SPD-Fraktion auf einmal gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten hätten die Sozialdemokraten noch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause einen Gemeinderatsbeschluss herbeigeführt. Doch da spielte die CDU nicht mit. Nun soll über die SRP-Belebung im Bauausschuss beraten werden. Aus Sicht der stellvertretenden Fraktionschefin Andrea Gröpper wird damit wertvolle Zeit vertan; vor allem vor dem Hintergrund der geplanten Gewerbegebietserweiterung in der Wohnmeile. "Das ist ärgerlich, weil unnötige Verzögerungen die Folge sind", kritisiert die Gemeindevertreterin die ablehnende Haltung der CDU. Ohne das Bremsmanöver der Christdemokraten hätte die Verwaltung die Zeit nutzen können, den Rahmenplan weiter zu entwickeln.
Kernstück des Ortskernrahmenplans ist die Umgestaltung von Hauptstraße, Poststraße, Schulstraße und Gustavstraße in einen verkehrsberuhigten Bereich. Straßen, Wege und Plätze im Zentrum sollen Stätten der Begegnung werden, Verkehrsachsen mit Hilfe von Baumreihen und weiterer Begrünung aufgewertet werden. Der Rathausplatz soll - ergänzt mit einem Restaurant-Neubau - unter Einbeziehung der Gustavstraße zum neuen Mittelpunkt des öffentlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens werden. Die Attraktivitätssteigerung, so frohlockten einst die Gutachter, werde dann das Interesse möglicher Invesstoren stärken, neue Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.
"Der Ortskern stirbt Jahr für Jahr ein wenig mehr", stellt Andrea Gröpper fest. Dies habe an der Blockadehaltung einiger Grundbesitzer gelegen, aber auch daran , dass die Gemeinde nicht deutlicher in Aktion getreten sei. Dem wolle die SPD-Fraktion jetzt entgegentreten.

