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In Halstenbek lässt sich etwas bewegen

Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 21. Januar 2006


Diskussion vor dem Ortskernplan: Bürgermeister Bruno Egge (von links), Planer Dr. Thorsten Granzow und Bauausschuss-Vorsitzender Günther Steffen (CDU).

Erst die Eröffnung von Aldi im Oktober 2005, voraussichtlich im Spätsommer die Fertigstellung des ersehnten Edeka-Frischemarkts von Martin Böge an der Hauptstraße — hinter dem rasch verwirklichten City-Konzept steht ein Mann: Dr. Thorsten Granzow.

Bei Tee und Gebäck wurden jetzt Person und Projekt im Büro des Verwaltungschefs vorgestellt. Egge stellte vorab eins klar: „Mit Granzow im Boot läuft es.“ Dass Bauausschuss-Chef Günther Steffen (CDU) das Treffen bereicherte, hatte für Egge einen besonderen Anlass: In seltener Eintracht fanden sich in der Vergangenheit parteiübergreifende Mehrheiten für die Ortskern-Verschönerung. Und daran habe Steffen großen Anteil.

Granzow, „Senior Projekt Manager“ beim Hamburger Unternehmensberater Stahlke & Team sowie Dozent im Institut für Marketing an der „Helmut-Schmidt-Universität“, der Uni der Bundeswehr in Hamburg, sieht seine Arbeit ganz pragmatisch. Von vornherein war ihm klar: In Halstenbek lässt sich was bewegen. Die Einzelhandelsanalyse im August 2003 habe ergeben, dass etwa 3500 Quadratmeter Verkaufsfläche im Ortskern machbar seien, so der Experte.

In drei Phasen werden die Pläne jetzt umgesetzt. Auf Aldi (800 Quadratmeter) folgt der Böge-Komplex mit 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche. Mit zusammen etwa 200 Stellflächen für Pkw. Für Publikumsströme sollen Tschibo-Stand, Getränkeverkauf sowie ein „shop-in-shop“, betrieben von der Bäckerei Dwenger, sorgen.

Ein dritter Bebauungskomplex soll in der Gustavstraße 7-11 verwirklicht werden. „Dienstleistung, Gastronomie und Wohnen sind die Schlagwörter“, so Granzow. Verhandlungen werden bereits mit der Bau- und Grundstücksgesellschaft Terrabaltic geführt. Auch der Betreiber der jüngst ausgebrannten angrenzenden Bäckerei Schlüter denke beispielsweise darüber nach, nach Abschluss der Sanierungen ein Café in seinen Komplex zu integrieren. Im Olympiajahr 2008 soll sich das Erscheinungsbild auch gegenüber dem Rathaus entscheidend verändert haben. Den Clou des ganzen Konzepts bringt Granzow auf einen Nenner: Sämtliche Anlaufpunkte zum Shopping im Ortskern werden künftig locker fußläufig erreichbar sein.

Eine Fußgängerzone werde es aber nicht geben, betonte Steffen. Damit entspricht die Gemeinde der Taktik, die jedes Unternehmen verfolgt: Der Kunde will mit seinem Auto möglichst bis zur Einkaufskasse vorfahren.

Zwei Projekte stecken noch in den Kinderschuhen: Zum einen, wann und wohin die Volkshochschule vom Neuen Weg in den Ortskern zieht. Favorisiert wird nach wie vor ein Anbau am Rathaus. Zum anderen ist noch völlig offen, wie künftig der etwa 800 Quadratmeter große Komplex von Herbert Lammers, in dem sich bis zur Eröffnung des Böge-Markts noch ein Edeka-Markt befindet, organisiert sein wird.