Ortskern Halstenbek: Die Bagger kommen
Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 21. Januar 2006
Der Bauzaun steht schon, und am Montag kommen die Bagger: Der Abbruch der alten Häuserzeile an der Hauptstraße 37 - 43 in Halstenbek wird zugleich der langersehnte Aufbruch für die Gestaltung des neuen Ortskerns sein. Nachdem im September der Aldi-Markt an der Hartkirchener Chaussee eröffnet worden war, soll nun bis zum Herbst der Neubau eines Edeka-Markts der Firma Böge mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche der nächste Meilenstein sein.
Doch auch an der Gustavstraße, gegenüber vom Rathaus, tut sich etwas. Schon am Mittwoch, 8. Februar, wird das Schenefelder Bauunternehmen Terrabaltic ein Konzept für die Neubebauung der gemeindeeigenen Flächen vorstellen. Dafür müssen drei Wohngebäude abgerissen werden, um Platz für ein Dienstleistungszentrum in Kombination mit Gastronomie, wahrscheinlich ein Café von Bäcker Schlüter, und Eigentumswohnungen zu schaffen.
Nachdem mehr als zwei Jahrzehnte lang erfolglos an der Ortskern-Neugestaltung gebastelt worden war, sind Bürgermeister Bruno Egge und Bauausschußchef Günter Steffen voller Lob über das nun in den vergangenen zweieinhalb Jahren vorgelegte Tempo. Motor dieser ungewohnten Dynamik für das als "müde Meile" verschrieene Ortszentrum ist Thorsten Granzow.
Der Unternehmensberater und Mitarbeiter der Helmut-Schmidt-Universität war nach einer Einzelhandelsanalyse für Halstenbek beauftragt worden, die Erkenntnisse seiner Untersuchung in die Praxis umzusetzen. Denn im Ortskern - so fand Granzow heraus - sei Bedarf für 3500 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche. Der Fachmann vermittelte zwischen den widerstrebenden Interessenvertretern wie Grundeigentümern, Gewerbetreibenden und Investoren und brachte sie auf einen Nenner. Im engen Kontakt mit Verwaltung und Politik gelang es, alle Fraktionen für eine Zustimmung zu gewinnen, und Veränderungen einzuarbeiten.
Wenn in zwei Jahren auch die Umgestaltung an der Gustavstraße vollendet sein wird, sollen die Halstenbeker und auswärtige Besucher ein Ortszentrum mit einem bunten Branchenmix vorfinden. Fußgänger, Rad- und Autofahrer sollen gleichermaßen zum Zuge kommen. So verbindet Edeka und Aldi eine Parkplatzfläche mit 200 Stellplätzen. Von der Hauptstraße aus läßt sich auf dem Weg durch die Passage des jetzigen Edeka-Markts Lammers in wenigen Schritten das neue Dienstleistungszentrum an der Gustavstraße erreichen. Von dort ist es nur ein kurzer Weg zum Rathaus. In einem Anbau oder auch separat wird langfristig die Volkshochschule ihr neues Quartier bekommen.
Edeka-Händler Herbert Lammers verhandelt noch mit Mietern, die seinen bisherigen Markt - aufgeteilt in kleinere Flächen - für Einzelhandel nutzen können. Denn wenn Kollege Martin Böge eröffnet, wird Lammers seinen Laden schließen.

