Halstenbek: Hier soll der neue Ortskern hin
Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 28. Februar 2007
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein . . .". Das Zitat aus der Bibel hat auch für Halstenbeks Zentrum seine Berechtigung: Mit Aldi und zuletzt der Neueröffnung von Edeka-Böge sind Versorgungsengpässe bei der Nahrungsbeschaffung wohl nicht mehr zu befürchten. Doch es geht um mehr bei der Ortskerngestaltung. Das Revier zwischen der Hartkirchener Chaussee und der Schulstraße soll ein attraktiver Mittelpunkt des Gemeindelebens werden. Doch das ist trotz jahrelanger Bemühungen noch nicht gelungen.
Schauplatz der Neugestaltung sollen unter anderem die gemeindeeigenen, noch mit Häusern bebauten Flächen an der Gustavstraße 7 bis 11 sein. Die Verwertung dieser Grundstücke stand auch auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. Doch zu der nicht öffentlichen Beratung kam es nicht mehr. Die CDU-Fraktion zog den Antrag zurück, das Areal an den Bauträger Terrabaltic zum bestmöglichen Preis zu veräußern.
Schon im Hauptausschuss war dieser Vorstoß am Abstimmungspatt gescheitert. In der Gemeindevertretung wäre ebenso abgestimmt worden. Deshalb konnten Grüne und SPD die Christdemokraten zum Rückzug überreden. Hinzu kommt: Terrabaltic hatte in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann bereits deutlich gemacht, kein Interesse mehr an einem Erwerb zu haben. Damit war das bisher entwickelte Konzept des Bauträgers mit Wohnungen, Gastronomie und Läden in aufgelockerter Bebauung ohnehin vom Tisch. Die Grünen hegten Bedenken, weil Terrabaltic die Flächen zu einem Preis erwerben sollte, der rund 80 000 Euro unter dem per Gutachten ermittelten Wert lag.
Nun stehen die Zeichen wieder einmal auf Neustart. Zur nächsten Hauptausschusssitzung wird die Verwaltung vorschlagen, die Flächen gegenüber dem Rathaus für eine Vermarktung vorzubereiten. Linda Hoß-Rickmann liegt es daran, so schnell wie möglich eine attraktive Lösung zu erreichen.
Dabei sollen die Politiker die Eckdaten beisteuern. Im Ansatz dürften diese Vorgaben nicht sehr weit von dem bisherigen Konzept entfernt sein. Dabei wird es vermutlich auch wieder um die Gestaltung einer "Platzsituation" beim Rathaus gehen. Außerdem ist unklar, wo die Bücherei bleiben soll.
Ob frühere Interessenten wie die Firma Groth & Co oder Manke erneut ins Rennen gehen, ist noch nicht abzuschätzen. Mittlerweile steht eine weitere Immobilie an der Gustavstraße zur Disposition. Das Haus, das früher die Polizeistation beherbergte, soll verkauft werden. Das Grundstück könnte das Ortskern-Areal gut ergänzen.

