"Ein neues Gesicht des Ortskerns"
Ein fertiges Konzept liegt nicht in der Schublade. Das versichert die Verwaltungsspitze. Vielmehr hofft die Bürgermeisterin auf pfiffige Ideen aus Reihen der Bevölkerung, wie der Ortskern attraktiver gestaltet werden kann.
Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 20. November 2008

Wie kann der Ortskern attraktiver gestaltet werden? Stadtplanerin Renate Klüver (von links), Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und Elke Tramm (Wirtschaftsförderung) hoffen auf pfiffige Ideen aus den Reihen der Bürger. Foto: Vogel
"Der Ortskern von Halstenbek ist nicht wahnsinnig attraktiv." Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt: "Mit ein wenig Make-Up ist es nicht getan, die Baumschulgemeinde benötigt ein umfangreiches Lifting." Die Verwaltung will den Stillstand der zurückliegenden Jahrzehnte endlich beenden: "Das Zentrum fit für die Zukunft machen - Umgestaltung der Verkehrssituation im Ortskern Halstenbek" lautet deshalb das Motto einer neuen Veranstaltungsreihe. Im Vordergrund steht nicht die Diskussion über ein fertiges Konzept: Der Bürger und seine Ideen sind gefragt.
Wie unsere Zeitung am 27. September bereits exklusiv berichtete, geht das Konzept auf Renate Klüver zurück. Die Stadtplanerin in der Verwaltung an der Gustavstraße hat sich seit Monaten Gedanken darüber gemacht, wie der Ortskern den heutigen Bedürfnissen angepasst werden könnte. Gerade im Bereich Friedenstraße, Hauptstraße, Poststraße, Gustav- und Schulstraße müsse etwas passieren, so die Expertin.
Im Fokus: die friedliche Koexistenz zwischen Fußgängern und Autos (Stichwort: shared space/geteilter Raum), entspanntes Einkaufen mit attraktiven Cafés und Restaurants. Ein Mangel, der offensichtlich ist und von Seiten der Bevölkerung seit langem artikuliert werde, greift Klüver bereits jetzt lang gehegte Wünsche der Bürger auf.
Die Einkaufs-Situation habe sich schon spürbar gebessert, so Klüver, Hoß-Rickmann und Elke Tramm, zuständig für Wirtschaftsförderung, unisono während der Vorstellung des Planungs- und Beteiligungsprozesses am Dienstagabend im Chefzimmer des Rathauses. Dafür würden Edeka Böge, Aldi, der Weinhandel von Herbert Lammers, ein Blumen- sowie ein portugiesisches Fachgeschäft und der "Kunstraum" an der Haupt-/Ecke Gärtnerstraße sorgen.
Die Verwaltung hat für die Veranstaltungen ein klares Konzept: "Ziele der Umgestaltung sind die Erhöhung der Aufenthaltsqualität des Ortskerns für die Kunden, Anwohner, Schüler und Besucher öffentlicher Einrichtungen, die Stärkung des Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Wohnstandortes sowie die Verbesserung der Verkehrssituation und -sicherheit."
Im Vordergrund steht jetzt der Dialog mit den Bürgern aus Halstenbek und Krupunder. Auch die Politiker sind - bevor überhaupt etwas entschieden wird -, aufgefordert, sich am Diskussionsprozess zu beteiligen. "Es soll erst ein Handlungskonzept erarbeitet werden, bevor über bauliche oder mögliche B-Plan-Änderungen entschieden wird", fasst Hoß-Rickmann den Planungsprozess zusammen.
Der offene Umgang mit den Interessen der Betroffenen - Anlieger, Kaufleute, Nutzer - dürfte für den Kreis Pinneberg Modellcharakter haben. Angst vor Investitionskosten? Die Verwaltungschefin winkt ab: "Nein."

