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Gesucht: Ideen für einen neuen Ortskern

Alle 28 Meter steht im Durchschnitt ein Verkehrsschild. Insgesamt mehr als 20 Millionen Schilder in Deutschland. Schätzungen haben ergeben, dass davon sechs Millionen überflüssig sind. Das es auch anders gehen kann, will Halstenbek im Ortskern vormachen.

Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 20. November 2008

"Bonjour, Tristesse!" So könnte das Motto für den Zustand des Halstenbeker Zentrums lauten. Denn das Areal zwischen Hauptstraße, Gustavstraße, Schulstraße, Poststraße und Friedensstraße befindet sich seit vielen Jahren in einem höchst betrüblichen Zustand. "Dass unser Ortskern nicht so richtig attraktiv ist, springt einem geradezu ins Auge", sagt sogar Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann. Die Verwaltungschefin bemängelt eine fehlende Aufenthaltsqualität und vermisst genügend Platz, um sich mal gemütlich hinzusetzen.

Doch schon bald soll alles besser werden. Und das sogar mit Beteiligung der Menschen, die es am meisten betrifft. Halstenbeks Bürger sind erstmals aufgerufen, sich an der Umgestaltung des Zentrums mit Vorschlägen, Anregungen und Ideen zu beteiligen. Und dies - im Gegensatz zu mehrfachen früheren vergeblichen Bemühungen - ohne vorher festgelegte detaillierte Planungseckpunkte. "Ein neues Gesicht für unseren Ortskern" heißt die vierteilige Veranstaltungsreihe unter professioneller Führung eines Projektteams, die im Kreis Pinneberg Modellcharakter haben dürfte. Ob es dabei lediglich zu einer "Gesichtsstraffung" kommt oder ein größerer operativer Eingriff nötig ist, macht Hoß-Rickmann vom Ergebnis des Beteiligungsverfahrens abhängig. Auftakt ist am Dienstag, 25. November, um 19 Uhr in der Aula der Gemeinschaftsschule. Beauftragt mit der Bedarfsermittlung ist ein Team aus der Bremer Niederlassung des Stadtentwicklungs- und Planungsbüros Grontmij. Die Planer haben unter anderem das als "Shared Space" bekannt gewordene Modell einer gleichberechtigten Nutzung von Verkehrsflächen in der niedersächsischen Stadt Bohmte entwickelt.

Ob Halstenbeks Ortskern auch zum geteilten Raum wird, soll sich spätestens im März nächsten Jahres während der Abschlussveranstaltung zeigen. Bis dahin werden Workshops mit den Bürgern veranstaltet, Gewerbetreibende gehört und auch Schüler und Senioren zu Wort kommen. Ziel ist neben dem verbesserten öffentlichen Wohlfühlklima auch die Stärkung des Einzelhandels, der Dienstleistungs- und Wohnfunktion.

Klar ist den Veranstaltern aber auch, dass die Verkehrssituation dringend verbessert werden muss. Vor allem an der Einmündung Hauptstraße/Friedenstraße/Poststraße haben Fußgänger oft kaum eine Chance, die Fahrbahnen sicher zu überqueren.

Zumindest was den Versorgungssektor angeht, hat Halstenbek inzwischen deutlich aufgeholt. Die Ansiedlung des Discounters Aldi an der Hartkirchener Chaussee und des Edeka-Markts an der Hauptstraße war der Anfang. Von der einst "müden Meile" könne keine Rede mehr sein, sagen Hoß-Rickmann und ihre Wirtschaftsförderin Elke Tramm, die gemeinsam mit Stadtplanerin Renate Klüver das Beteiligungsverfahren präsentierten. So gibt es im Zentrum keine Ladenleerstände mehr und einige attraktive Einzelhandelsangebote seien hinzugekommen.

Das letzte Wort werden nach der Auswertung sämtlicher eingegangenen Vorschläge im Beteiligungsverfahren wieder die Politiker haben. Was dann umgesetzt wird, steht aber noch in den Sternen.