Notizen für einen schöneren Ortskern
Pinneberger Zeitung vom 28. November 2008
Der jämmerliche Zustand der öffentlichen Verkehrsflächen im Halstenbeker Zentrum scheint den Bewohnern sehr zu schaffen zu machen. Mehr als 200 Besucher nahmen an der Auftaktveranstaltung "Ein neues Gesicht für unseren Ortskern" teil. An der erforderlichen Gesichtsoperation sollen sich - wie berichtet - erstmals die Bürger sich mit Vorschlägen und Anregungen beteiligen.
Und die können es offenbar kaum abwarten: Als die Stadt- und Landschaftsplaner Axel König, Maren Ritter und Marek Schreckenberg vom Planungsbüro Grontmij zum Abschluss der Veranstaltung das Publikum baten, aufzuschreiben, wie der Ortskern 2015 aussehen soll, wurden ihnen die Notizkarten förmlich aus der Hand gerissen. Die Anregungen und Visionen sollen in den folgenden Workshop-Veranstaltungen Basis für die weitere Arbeit der Ideenschmiede sein. Zuvor hatten die Experten Vor- und Nachteile des gegenwärtigen Zustands im Areal zwischen Hauptstraße, Gustavstraße, Poststraße, Schulstraße und Friedenstraße dargestellt. Dabei kam heraus, dass vor allem hinsichtlich der Verkehrsführungen nachgebessert werden muss. So sollten Fahrbahnbreiten verringert und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden. Doch auch die Stellplatzsituation kann noch verbessert werden. Im Detail gebe es vor allem auf dem Rathausplatz sowie im Kreuzungsbereich Poststraße/Hauptstraße Gestaltungsbedarf.
Mit Fotobeispielen aus anderen Städten zeigten die Mitarbeiter von Grontmij auf, wie mit Platzgestaltungen, Baumreihen und Einbeziehung von Privatflächen der Gewerbetreibenden aus manch hässlichem Entlein schon ein schöner Schwan wurde.
Ins Detail wollen Bürger und Planer während der nächsten Veranstaltungen gehen. Zunächst werden am Montag, 1. Dezember, die Gewerbetreibenden zu Wort kommen. Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann hofft am Ende auf ein tragfähiges Konzept, um Halstenbek attraktiver zu machen und gegen Kaufkraftabflüsse zu wappnen. Wer das bezahlen solle, wollte ein Bürger wissen. "Irgendwie werden wir das schon finanzieren", sagte die Verwaltungschefin, verwies auf jüngste Steuererhöhungen und empfahl Sparsamkeit. Für das Beteiligungsverfahren sind 30 000 Euro angesetzt.

