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Kinder: Mehr Farbe muss her!

Schüler plädieren dafür, ein Kino zu eröffnen. Ältere Bürger fordern lange Grünphasen und stolperfreie Wege.

Von Rainer Burmeister, in: Pinneberger Zeitung vom 22. Januar 2009

Ob da wohl so manchem Mitarbeiter in der Halstenbeker Gemeindeverwaltung die Ohren geklungen haben? Auf dem Rathausvorplatz setzte sich eine Horde Kinder lautstark mit den Vor- und Nachteilen des mit Waschbetonplatten gepflasterten Karrees auseinander. Zugegeben: Die Nachteile überwogen. Als langweilig und hässlich bewerteten die meisten der 32 Jungen und Mädchen aus den vierten Klassen der Grundschule Nord die im doppelten Wortsinn gräuliche Flanierfläche.

Die Planer vom Gutachterbüro Grontmij spitzten die Ohren und schrieben fleißig mit. Schließlich soll die Kinderkritik in die Untersuchung zur Neugestaltung des Halstenbeker Ortskerns einfließen. An guten und fantasievollen Ideen mangelte es nicht beim Nachwuchs: Den Rathausvorplatz wollen die Schüler mit einem Kletterturm samt Bungee-Sprunganlage aufpeppen. Platz für eine Pizzabude müsse sein. Und ein kunterbunter Belag soll die tristen Betonplatten ersetzen. Mehr Farbe, nämlich bunte Blumen, wünschen sich die Kinder auch für die Grünanlagen.

Auch am zweiten Schauplatz des Ortsrundgangs fanden die Grundschüler Verbesserungsmöglichkeiten: So müsse eine Fußgängerampel her, um beim Edeka-Markt besser über die Fahrbahn gelangen zu können.

In der Gemeinschaftsschule kamen die älteren Schüler zu Wort. Die Planer hatten Fragebögen verteilt, und die Kinder interviewten sich in Art eines Reporterspiels. Die Ergebnisse, wie der Wunsch nach mehr Farbe, sind teilweise deckungsgleich mit den Anregungen der Grundschüler. Ergänzend ergab sich eine lange Mängelliste über das, was im Ortskern fehlt: ein Kino, ein Hamburger-Restaurant, ein Schwimmbad und ein Indoor-Spielplatz. Doch auch eine zentralere Lage des Jugendzentrums und der Umbau des Sportplatzfelds in eine Streetball-Anlage wünschen sich die Schüler. Als schweren Imageschaden für Halstenbek bewerten die Nachwuchs-Ortsplaner den Standort eines Textil-Discounters an der Friedenstraße. Während sich die Jungen einen Treffpunkt für Computerspiele wünschen, haben die Mädchen Angst in der Dunkelheit, weil Teile des Ortskerns schlecht beleuchtet seien.

Auch die Senioren kamen bei den Planern zu Wort: Sie klagen über holprige Gehwege, fordern mehr Barrierefreiheit und längere Grünphasen für Fußgänger bei den Ampelanlagen.