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Kreisverkehr oder doch offener Platz?

Etwa vier Monate dauerte der Diskussionsprozess Halstenbeker Bürger mit Stadtplanern über das neue Gesicht für den unattraktiven Ortskerns.

Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 13. März 2009


Einen Mini-Kreisverkehr nach dem Vorbild Rellingens (Ehmschen/Am Markt) können sich die Bürger von Halstenbek auch im Kreuzungsbereich Haupt-/Post-/Friedenstraße vorstellen.

Birgit Andersek (rechts, Grüne und Bauausschuss-Chefin) und Elke Tramm, zuständig für die Wirtschaftsförderung, sind sich sicher: Die Dynamik der Umgestaltung des Ortskerns ist nicht mehr zu stoppen. Foto: Vogel

Ein freier Platz mit Rechts-vor-Links-Regelung: Ist das die bessere Variante? Grafik (2): BfL/Bremen

Am Dienstag, 17. März, wird um 19 Uhr "die Katze aus dem Sack gelassen": Axel König (Raum- und Stadtplaner), Marek Schreckenberg (Landschaftsplaner) und Stadtplanerin Maren Ritter vom Planungsbüro GfL aus Bremen werden in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule (Feldstraße) Bilanz ziehen: Im Detail wird das Ergebnis der Arbeitsgruppen zum Thema "Ein neues Gesicht für unseren Ortskern" vorgestellt.

Grundschüler, Jugendliche, Senioren und Kaufleute waren seit November gefordert: Halstenbek als Ort zum Bummeln, Begegnen, Verabreden? Geht das? Zwar bietet der Ortskern nach Meinung der Experten viel, doch die Defzite in Sachen Mobilität (Fußgänger, Auto) überwiegen.

Ein Nebeneinander von Fußgänger, Verkehr, Gastronomie, Veranstaltungen, Parken, Fahrrad-Netz, Einzelhandel/Gewerbe und Wohnen soll künftig besser gelingen. Die Baumschulgemeinde steht städtebaulich vor einer Revolution.

Birgit Andersek (Bauausschuss-Vorsitzende und Mitglied der Grünen) sowie Elke Tramm, zuständig für die Wirtschaftsförderung im Ort, lüfteten gestern Morgen das Geheimnis über das "Neue Gesicht des Ortskerns": Besonders im "Bermuda-Dreieck" Haupt-, Frieden- und Poststraße konzentrieren sich die Diskussionen auf zwei wesentliche Veränderungen: Soll ein Mini-Kreisel an dieser Stelle oder doch die Variante eines Platzes mit Rechts-vor-Links-Regelung gebaut werden?

Beschlossen ist noch nichts, demnächst wird der Fachausschuss intensiv über die Ergebnisse beraten. Doch Fakt ist: "Die Verkehrssituation und -sicherheit muss verbessert werden, der Bürger möchte sich im Ortskern aufhalten."

Ob das künftig gelingen wird, hängt davon ab, inwieweit sich fraktionsübergreifend eine Einigung finden lässt. Tempo-Drosselung, geschickte Anordnung von Parkplätzen, Pflanzen für Nebenplätze, Barrierefreiheit, neue Querungshilfen, Betonung der Eingangssituation für den Ortskern, Öffnung der Plätze und Steigerung der Aufenthaltsqualität bieten genügend Diskussionsstoff. Andersek: "Mit dem Verfahren, die Bürger so unmittelbar zu beteiligen, haben wir Neuland betreten. Doch es ist nicht zu leugnen, dass die Ergebnisse durchaus richtungsweisend sein können, die Arbeit der Kommunalpolitiker dadurch vereinfacht wird."

Die Chance, dass Bürger und Politiker auf Augenhöhe miteinander reden - begleitet durch eine professionelle Moderation - könnte Schule machen. Das Verfahren - langwierige Diskussionen über Aussehen, Finanzierung, Realisierung - könnte sich verkürzen. Andersek ist positiv gestimmt: Erste Fachgespräche dürften bereits vor der Sommerpause aufgenommen werden. Dann dürfte aus Visionen für den Ortskern im Jahr 2015 rasch Realität werden. Die Chance, Fördergelder aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung abzugreifen, wollen alle Beteiligte in jedem Fall nutzen.