"Bickbargen: Das kennt man ja"
Leiterin Barbara Burton ist stolz auf die Ehrung durch das Bildungsministerium. Sie versprach: Das Nachmittagsangebot werde und muss sich weiter verbessern.
Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 5. Dezember 2007

Schulleiterin Barbara Burton (links) und Manuela Marten (Leiterin der Kita-Schule Bickbargen) freuen sich über die Auszeichnung zur Referenzschule. Am Eingang am Bickbargen zeugt eine neue Tafel von der Ehrung. Foto: Vogel
OGTS steht für Offene Ganztagsschule. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, an der Kindern an mindestens drei Nachmittagen Angebote gemacht werden, an denen sie freiwillig teilnehmen können. Die Grundschule Bickbargen ist so eine OGTS. Seit dem Start am 8.August 2005 hat sich die Lehranstalt unter Leiterin Barbara Burton über den Kreis hinaus einen Namen gemacht.
Selbst Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) ist die Schule zu Ohren gekommen: "Bickbargen: Das kennt man ja." Vor wenigen Tagen wurde die harte Arbeit aller Beteiligten an dem gefragten Ganztagskonzept geadelt: Die Landesregierung in Kiel zeichnete die Grundschule Bickbargen für die kommenden zwei Jahre als Referenzschule aus.
Burton, die gemeinsam mit Manuela Marten (Leiterin der Kita-Schule Bickbargen als eine von zahlreichen Kooperationspartnern) die Ehrung im Detail vorstellte, steht die Freude über die Auszeichnung ins Gesicht geschrieben. Zu Recht: Schließlich können sich zurzeit landesweit nur 26 Schulen an 20Standorten als Referenzschule bezeichnen. Nur zwei im Kreis Pinneberg: außer der Albert-Schweizer-Grundschule im benachbarten Wedel (600 Kinder aus mehr als 20Nationen) die Grundschule Bickbargen in Halstenbek mit etwa 300 Schülern.
Die Planungen für ein Konzept und den Bau einer Mensa begannen bereits Anfang 2004. Vorher gab es in Halstenbek Zukunftskonferenzen, in denen Eltern, Schüler, Lehrer und Gemeindevertreter sich eine Ganztagsschule vor Ort wünschten. "Die Stärke unserer Schule", reflektiert Burton über die Gründe der Prämierung, "liegt eindeutig in der Vielzahl der Kooperationspartner." Dazu gehören der Schulverein als Träger, die Ortsjugendpflege der Gemeinde Halstenbek unter Daniela Spitzar, das Jugendzentrum "Haus der Jugend und Kultur A 23" unter Olaf Gätjens. Ferner reihen sich Musikschule, Sportverein, Bücherei und zahlreiche freie Mitarbeiter in den Unterstützerkreis ein. Montags, dienstags und mittwochs endet die Schule um 16 Uhr.
Burton weiß: Dadurch, dass Eltern die Schule für ihre Kinder frei wählen können, ist der Andrang groß. In Zahlen heißt das: 75 Kinder kann die Schule "verkraften". Doch für 90 liegen aktuell Anmeldungen vor. Auch Kinder aus der Kreisstadt Pinneberg sowie den Kommunen Borstel-Hohenrade und Prisdorf. Burton und ihr Kollegium wissen: Künftig wird noch mehr Flexibilität erforderlich sein.
Zwar wird es nicht darauf hinauslaufen, dass die Grundschule Bickbargen wie beispielsweise ein Pendant in der Stadt Lauenburg von 6.30 bis 20 Uhr öffnen wird. Doch laut Burton wird intensiv darüber verhandelt, dass Angebot von zurzeit 16 Uhr auf 17 Uhr auszudehnen. Möglich wäre, dass der Spätdienst der angrenzenden Kita sich für die Betreuung öffnen könnte. Gespräche mit der Verwaltungsspitze im Rathaus würden darüber bereits geführt. Zudem denkt Burton im Gespräch mit unserer Zeitung offen darüber nach, zusätzlich den Donnerstag als vierten Tag für das Nachmittagsangebot zu öffnen.
Das vermehrte Angebot in Halstenbek ist eine Reaktion auf den Wandel in der Gesellschaft. Ehepaare sind zunehmend Doppelverdiener, die Betreuung der Kinder wird zur logistischen Herausforderung.
Gerade deshalb scheint Verlässlichkeit das Zauberwort für den Erfolg der Grundschule Bickbargen zu sein. Das Vertrauen der Eltern gewinnen - Burton glaubt sich auf dem besten Weg dorthin. Dazu gehört auch, dass sich beispielsweise in den Osterferien im Jahr 2008 bereits 40 Kinder für einen Aufenthalt auf einem Reiterhof gemeldet haben. Burton selbst und weitere Honorarkräfte werden die Aufsicht übernehmen. Ferienbetreuung durch den Lehrkörper - das werde das Modell der Zukunft sein. Davon ist Burton überzeugt.

