Offene, fortschrittliche Einrichtung
Grundschule Nord bekommt beste Noten vom „Schul-TÜV" / Jedoch Defizite in der Computerausstattung
Von Dietmar Vogel in: Pinneberger Tageblatt vom 12. Januar 2008
Zwei Tage lang wurde die Lerneinrichtung von einem Team um Schulrätin Barbara Weber auf Herz und Nieren geprüft.

"Die Grundschule Nord ist klasse." Gestern morgen zeigten sich die Schüler während der Pause euphorisch. Foto: Vogel
Adelia Schuldt, Leiterin der Grundschule Nord, hat allen Grund zur Zufriedenheit: "Ich freue mich besonders darüber, dass unser Weg in Bezug auf Fördern und Individualisieren so positiv gesehen wird." Die "Externe Evaluation im Team" (EVIT) um Schulrätin Barbara Weber, Rektor André Berg von der Johannes-Schwennesen-Schule in Torn esch, Berufsschullehrerin Margret Gette, (IQSH) sowie Thomas Gerdes, Rektor der Grundschule Süd (Halstenbek), hat die Einrichtung auf Herz und Nieren geprüft - und ihren Abschlussbericht geschrieben: Die mit 130 Jahren älteste Schule in Halstenbek wird auf den pädagogischen Schild gehoben.
"Der beobachtete Unterricht war insgesamt von guter Qualität", heißt es in der Bilanz. "Die Arbeiten der Klassen 4 in den Vorjahren waren besonders in Mathematik deutlich überdurchschnittlich, in Deutsch auch durchschnittlich und darüber." Schuldt und ihr Team könnten sich bei so einem Ritterschlag eigentlich zurücklehnen. Doch unter dem Begriff "Bildungsprozesse" wird deutlich, dass die Pädagogen ihre Hände nicht in den Schoß gelegt haben und legen werden. "Das Kollegium hat sich intensiv über individuelle Fördermöglichkeiten Gedanken gemacht und diese Ideen in eine neue Struktur des Stundenplans einfließen lassen. Mit Wahlpflichtkursen, Eigenlernzeiten, dem Trainieren von Arbeitstechniken, zudem Doppelbesetzungen und Förderstunden werden neue Wege beschritten."
Nicht genug des Lobes durch das EVIT-Team: Der Unterricht sei klar strukturiert, die Unterrichtsziele und -inhalte seien auf die in den Lehrplänen beschriebenen Aspekte der Lernkompetenzen ausgerichtet. Die Lernziele der Unterrichtsstunden seien den Schülern überwiegend transparent. Zudem arbeitete der Nachwuchs an eindeutig formulierten Aufgaben und nach erkennbaren Arbeitsregeln. Die Grundschule Nord sei auch gut ausgestattet: "Neue Medien waren hinreichend in den Unterricht einbezogen."
In Halstenbek wird die Gemeinschaftsschule eine tragende Rolle spielen. Die Klassen eins bis zehn werden unter einem Dach unterrichtet, Schüler bezüglich ihrer Schwächen und Stärken individuell gefördert. Maxime, die auch an der Grundschule Nord laut EVIT schon praktiziert würden: "Kinder werden durch Lern-Arrangements individuell angesprochen und vor allem leistungsschwächere Schüler intensiv gefördert."
Defizite gibt es dageben laut Schulrätin Weber in der Unterrichtsgestaltung: "Die war in vielen Stunden zu starr an von der Lehrkraft vorgegebene Aufgaben ausgerichtet." Die Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernprozess bei den Schülern müsse noch noch mehr berücksichtigt werden. Weitere Kritikpunkte lauten: Die jeweilige Erkenntnis der Schüler, was und wie sie in diesen Phasen gelernt haben, kann noch mehr in den Blick genommen werden. Der Computerraum sollte für alle zugänglich sein, die Ausstattung aus einheitlichen Geräten mit einer umfassenderen Lernsoftware bestehen. Die Zahl der Vorhaben sollte eingegrenzt und konsequenter auf die Einhaltung von gemeinsam getroffenen Entscheidungen geachtet werden.
Unterm Strich müssen sich Lehrer und Schüler vor der Bilanz des so genannten Schul-TÜV nicht verstecken. Der Wortlauf des Fazits könnte künftig eingerahmt in der Schulaula hängen:
"Das EVIT-Team hat mit der Grundschule Nord eine offene, fortschrittliche Schule in einem sauberen, geordneten und ansprechenden Gebäude besucht. Hier wirken engagierte Lehrkräfte und Eltern mit einer kompetenten Schulleitung zum Wohle der Schülerinnen und Schüler konstruktiv und mit einer hohen Zufriedenheit zusammen."

