Populisten
Betr.: „CDU wirft Kreis pure Ignoranz vor" , Bericht vom 7. April 2010.
Helmuth Behrens, in: Pinneberger Tageblatt vom 9. April 2010
Der Bericht über den Vorschlag des Halstenbeker CDU-Abgeordneten Krohn zur Finanzierung des Sanierungsstaus am örtlichen Gymnasium ist an plattem Populismus schwer zu überbieten.
Der bauliche Zustand des Gymnasiums ist unbestritten kläglich. Aber das liegt daran, dass unabhängig von politischer Bezugsgröße und jeweils federführender Partei Investitionen da unterbleiben, wo man es nicht so schnell merkt, wenn mal ein Jahr oder dann ein zweites und drittes mit den Zahlungen ausgesetzt wird. Das merkt jede Schule, jede Straße, jedes Abwassersiel. Und da hilft es nichts, auf 30 Jahre Ignoranz des Kreises zu wettern, denn der Kreis ist keine unpersonale Größe, sondern das waren Politiker, die in diesen 30 Jahren auch häufig mehrheitlich der CDU angehörten. Oder hat die CDU 30 Jahre keine Vertreter in den Kreistag entsenden dürfen?
Und da hilft es wenig, mit dem spontan ja so toll aussehenden Gedanken: „Zweieinhalb Jahre keine Kreisumlage und wir wuppen das selbst" zu kommen. Herr Krohn meint tatsächlich, dass die anderen Kommunen des Kreises seinen Wunsch unterstützen, dass Halstenbek in den nächsten Jahren 13 Millionen in die Kreiskasse nicht zahlt, während die anderen Kommunen blechen?
Ich finde es schön, wenn jemand mal mit einer neuen oder ungewöhnlichen Idee kommt, um verkrustete politische Strukturen aufzubrechen. Aber ernst zu nehmen sollten sie schon sein.

