Asbest: Keine Gefahr in der Schule
Bei Brandschutz-Arbeiten sollten Türen ausgetauscht werden. Dabei wurde eine asbesthaltige Trennwand angesägt. Längerfristig soll durch ein grundlegendes Sanierungsprogramm die Schule modernisiert werden.
Dietmar Vogel in Pinneberger Tageblatt vom 9. April 2008
"Mein Sohn hat Angst und fragt mich: Kriege ich jetzt Krebs?" Der besorgte Vater, der seinen Namen nicht öffentlich nennen will, hat eine schlaflose Nacht hinter sich. Die Nachricht, dass im Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasium in der vorigen Woche eine asbesthaltige Trennwand bei Sanierungsarbeiten durch einen Handwerker angesägt worden war, sorgt bei Eltern und Schüler für Aufregung. Muss der etwa 33 Jahre alte Schulbau komplett saniert werden?
Christiane Paul, Pressesprecherin der Kreisverswaltung, beruhigt. Zwar habe bis Sonntagabend im Raum gestanden, dass die Schule geschlossen werden müsste. "Messungen haben einen Wert von etwa 1000 Mikrofasern/pro Kubikmetern ergeben." Das sei die Obergrenze. Doch das umfangreiche und erfolgreiche Reinigungsprogramm in den Ferien habe ergeben, dass der Wert auf etwa 500 Mikrofasern/pro Kubikmetern gesenkt werden konnte. Das seien, laut Paul, Werte wie bei Neubauten beziehungsweise der Umgebungsluft.
Paul lobte gestern ausdrücklich die besonnene Haltung von Rektor Karsten Schneegaß. Er habe Mitte voriger Woche die gesamte Elternschaft über die Problematik ausführlich informiert. Erst nachdem von Seiten des Hamburger "Planungsbüros für Schadstoffsanierung AB Dr. Berg" grünes Licht gegeben wurde, habe der Schulleiter seine Schule für den Unterricht freigegeben.
Paul versichert, dass die vier Klassenräume in unmittelbarer Nähe des Asbest-Tatortes Ende dieser Woche nach dem Einsatz von Belüftungsgebläsen getrocknet und freigegeben werden könnten. Dasselbe gelte auch für die Veranstaltungs-Aula. Das Brahms-Konzert des Kulturkreises mit Valeri Kirvoborodov (Violoncello) und Viktoria Laksissowa (Klavier) am Freitag sei daher nicht gefährdet.
Unmittelbare Gefahr für die Schüler und das Kollegium besteht laut Kreisverwaltung somit nicht. Doch das Misstrauen bleibt. Sitzen die Verantwortlichen das Problem aus? Paul widerspricht. "Es wird ein grundlegendes Sanierungsprogramm für das Borchert-Gymnasium aufgelegt. Darin wird auch das Asbest-Problem in Angriff genommen." Zurzeit werde daran gearbeitet, die Finanzierung sicherzustellen.
In naher Zukunft soll die Trägerschaft der Schule vom Kreis Pinneberg an die Kommune Halstenbek übergeben werden. Sind die Verhandlungen durch den Asbest-Vorfall gefährdet? Dazu Paul: "Die Gemeinde zeigt sich sehr kooperativ."

