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35 000 Euro für Gutachten?

Das Wolfgang-Borchert-Gymnasium hat drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Vor der Übernahme der Trägerschaft der kreiseigenen Schule will die Gemeinde Halstenbek einen unabhängigen Sachverständigen zur Ermittlung des Wertes der Bausubstanz einsetzen.

Dietmar Vogel in Pinneberger Tageblatt vom 16. April 2008


Amtsleiter Holger Lohse regt einen runden Tisch mit der Kreisverwaltung an.
Foto: vog

Jetzt wird es ernst. 35 000 Euro will die Gemeinde Halstenbek investieren, um einen "neutralen, öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen" bereitzustellen. Die Aufgabe für den Experten ist gewaltig: Er muss feststellen, wie hoch der Sanierungsbedarf des etwa 30 Jahre alten kreiseigenen Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Bickbargen ist.

Hintergrund dieser Investition: Zum 1. August 2009 soll Halstenbek als Träger die Schule vom Kreis Pinneberg übernehmen. Dieser Deal geht zurück auf einen Vertrag vor Inkrafttreten des Schulgesetzes Ende der 1970er Jahre. Es wurde vereinbart, dass Halstenbek nach Erreichen der Einwohnerzahl von 15 000 die Trägerschaft übernehmen sollte. Heute leben etwa 16 200 Menschen in der Baumschulgemeinde.

Heute Abend (19 Uhr, Rathaus, Gustavstraße ) wollen die Mitglieder des Finanzausschusses unter Leitung von Hans-Jürgen Rebenther (CDU) die Weichen für die Bereitstellung der Haushaltsmittel als Empfehlung für die Ratsversammlung am 28.April stellen.

Ist das Borchert-Gymnasium ein Fass ohne Boden, mit entsprechenden altersbedingten Schwachstellen? Fakt ist: Erst vor wenigen Tagen geriet die Lehranstalt in die Schlagzeilen, nachdem bei Sanierungsarbeiten in Sachen Brandschutz Asbest freigesetzt wurde. Im Anschluss an das Handwerker-Missgeschick musste die Schule komplett gesäubert werden. Der Unterricht fiel nicht aus - es waren Ferien.

Beruhigend für die Baumschulgemeinde: Die Kreisverwaltung kündigte in diesem Kontext an, dass "ein grundlegendes Sanierungsprogramm für das Borchert-Gymnasium aufgelegt wird" (Pressesprecherin Christiane Paul).

Der Gemeinde Halstenbek liegt bereits ein von Landrat Dr. Wolfgang Grimme verschickter Vertragsentwurf vor. Holger Lohse, Chef des Amtes für öffentliche Sicherheit und Soziales, betreut den Komplex, setzt auf faire Kooperation. Sein Vorschlag: "Aus meiner Sicht ist es hilfreich, wenn wir uns möglichst kurzfristig zu einer Gesprächsrunde gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeiter zusammensetzen, um einzelne Punkte zu klären."

Die Vermögensauseinandersetzung - so lautet der Fachterminus - will Lohse auf Augenhöhe abwickeln. Soll heißen: Der Kreis Pinneberg und die Gemeinde Halstenbek tragen je zur Hälfte die Kosten für Honorar, Nebenkosten und Umsatzsteuer für den Sachverständigen - alles "im Sinne eines fairen Interessenausgleichs".

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