Schneegaß fordert 13 neue Räume
Zum 1. August 2009 soll Halstenbek die Trägerschaft des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums vom Kreis Pinneberg übernehmen. Doch der bauliche Zustand wirft Fragen auf.
Dietmar Vogel in Pinneberger Tageblatt vom 18. November 2008
Fordert mehr Räume: Schulleiter Karsten Schneegaß.
Die Idylle trügt: Das Wolfgang-Borchert-Gymnasium hat auch schon bessere Tage gesehen. Fotos (2): Vogel


Abreißen? Sanieren? Die Standpunkte sind extrem. Die Meinungen darüber, wie künftig mit der mehr als 30 Jahre alten Immobilie Wolfgang-Borchert-Gymnasium (WoBo) umgegangen werden soll, gehen auseinander. Fakt ist: Zum 1. August 2009 soll Halstenbek als Träger die Schule vom Kreis Pinneberg übernehmen. Am Montag, 24. November (19 Uhr, Gemeinschaftsschule in der Feldstraße 43), will sich die Gemeindevertretung während ihrer Sitzung zumindest über den "notwendigen Erweiterungsbedarf" verständigen.
Doch hinter vorgehaltener Hand wird in Kreisen der Verwaltung harsch geurteilt: Aufgrund der Sanierungs-Versäumnisse in den vergangenen Jahren müsste der Schul-Komplex eigentlich entkernt und anschließend neu aufgebaut werden.
Im Vorfeld der Ratssitzung legt Oberstudiendirektor Karsten Schneegaß als Leiter des Gymnasiums Zahlen und Forderungen auf den Tisch. "Aus unserer Sicht ergibt sich ein räumlicher Bedarf von zumindest fünf Klassenräumen, jeweils einem Musik- und Kunstraum, zwei PC- und drei Beratungsräumen sowie die Erweiterung des Lehrerzimmers und der Cafeteria", so der Schulleiter.
Der zusätzliche Raumbedarf ist aus Sicht des Pädagogen schnell erklärt: die Zahl der Schüler steigt der Übergang von G 9 auf G 8 - also das Turbo-Abi in acht Jahren - wird aufgrund einer gemischten Struktur von Klassen- und Kursunterricht mehr Räume benötigen.
Auch mit Blick auf die Erweiterung der Mensa hat Schneegaß klar umrissene Vorstellungen: Zurzeit sei die im wesentlichen aus eigenen Mitteln finanzierte Cafeteria in der Lage, 30 bis 40 Mahlzeiten auf ehrenamtlicher Basis anzubieten. "Künftig werden wir eine deutlich stärkere Nachfrage haben, zu erwarten sind 200 bis 300 Mahlzeiten."
Schneegaß setzt der Kommune eine Frist: Für das laufende Schuljahr 2008/2009 würden alle noch zusammenrücken. Aber: "Aus pädagogischen und organisatorischen Gründen wäre dies aber ein Zustand, der nicht länger anhalten dürfte."
Was kommt auf Halstenbek zu? Mängel in Bezug auf die Schule gab es satt: Es wurde Asbest in den Zwischenwänden gefunden, die Sporthalle musste gesperrt werden, weil bei Routinearbeiten Schwachpunkte an Dachträgern entdeckt worden waren.
Das Kieler Ministerium für Bildung und Frauen sagt: "Ein fairer Interessenausgleich ist notwendig." Die Halstenbeker Verwaltung interpretiert die Worte so: "Die Übernahme des WBO kann also nur in einem einwandfreien baulichen Zustand erfolgen."
Christiane Paul, Pressesprecherin des Kreises, sagte gegenüber unserer Zeitung: "Ein grundlegendes Sanierungsprogramm wird für das Borchert-Gymnasium aufgelegt."

