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Trägerschaft: SPD tritt auf die Bremse

Laut SPD-Fraktionschef Helmuth Jahnke sind in den nächsten Jahren am Gymnasium Schülerzahlen für die Eingangsklassen von nur etwa 105 Fünftklässlern zu erwarten. Der Schwund rechtfertige einen vierzügigen Ausbau an der Schule nicht.

Dietmar Vogel in Pinneberger Tageblatt vom 5. Februar 2009


Helmuth Jahnke (SPD) hält das Konzept der Übernahme und Ausbau des Gymnasiums für bedenklich. Foto: vog

Noch bis zum 1. August liegt die Trägerschaft für das Wolfgang-Borchert-Gymnasium in der Verantwortung des Kreises Pinneberg. Am Montag, 9. Februar (19 Uhr, Gemeinschaftsschule, Feldstraße 43), wird die Gemeindevertretung die Weichen für die Übernahme in die eigene Trägerschaft für die Oberschule stellen. Helmuth Jahnke, Fraktionschefs der SPD, will die Plattform des Gremiums nutzen, um gegen die Festlegung des notwendigen Erweiterungsbedarfs für das Wolfgang-Borchert-Gymnasium zu stimmen. "Formal ist der Kreis noch Träger der Schule und zuständig für einen solchen Beschluss", gibt der Genosse zu bedenken.

Jahnke tritt auf die Bremse. Er und seine Parteifreunde haben Zweifel, "dass es sinnvoll ist, sich jetzt schon und ohne Zusage einer Kostenbeteiligung des Kreises und/oder der Gemeinden Rellingen und Ellerbek auf die gewünschte Erweiterung festzulegen." Der SPD-Politiker befürchtet vielmehr, dass sich die Kommune Halstenbek bezüglich der Raum-Dimensionen übernehmen könnte. Seine Forderung: "Meines Erachtens sollte die Gemeinde eine zusätzliche Kapazität für die Aufnahme von Schülern aus anderen Gemeinden nur dann schaffen, wenn der Kreis und/oder die anderen Gemeinden Rellingen und Ellerbek sich - über die nicht auskömmlichen Schulkostenbeiträge hinaus - an der Finanzierung beteiligen."

Jahnke wittert Schlimmes und greift die Kreisverwaltung an: "Offenbar versucht der Kreis sich seiner Verpflichtung aus dem Schulgesetz zu entziehen, der Gemeinde das Gymnasium in einem hinsichtlich Instandhaltung und Ausstattung ordnungsgemäßem Zustand, insbesondere auch einer Ausstattung mit hinreichender Zahl von Räumen, zu hinterlassen."

Als "vage und unsicher" bezeichnet Jahnke die Prognosen hinsichtlich der künftigen Schülerzahlen des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums. Insgesamt sei mit rückläufigen Schülerzahlen zu rechnen. Der Kommunalpolitiker verweist in diesem Zusammenhang auf den gerade erst beschlossenen Schulentwicklungsplan des Kreises. Die Prognose für das Borchert-Gymnasium für die nächsten Jahre sei alles andere als rosig: "Die Schülerzahlen für die Eingangsklassen liegen bei etwa 105 Schüler. Dies würde wegen des zu berücksichtigenden Schwundes im Lauf der Schulausbildung einen vierzügigen Ausbau nicht rechtfertigen."

Schulleiter Karsten Schneegaß rechnete jüngst vor, dass die Schule aktuell 31 Klassenräume sowie acht Kursräume für die noch zwei Jahre andauernde alte Oberstufe benötige. Die neue Profiloberstufe werde im Wesentlichen im Klassenunterricht umgesetzt - mit 30 Schülern pro Klasse. Dies gelte zunächst nur für die 11. Klassen. "Der Raumbedarf in der Größenordnung von genau 997 Quadratmetern wird als sachgerecht und pädagogisch notwendig anerkannt", so Schneegaß.

Jahnke lenkt zwar ein, dass "vermutlich ein zusätzlicher Raumbedarf für das Gymnasium wegen der Umstellung auf die künftig nur noch achtjährige Gymnasialschulzeit mit vermehrtem Nachmittagsunterricht und die Profiloberstufe benötigt werde. Aber dieser Raumbedarf dürfte deutlich geringer sein, als der Ausbau zu einem vierzügigen Gymnasium."

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