Halstenbek droht dem Kreis mit Klage
Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 23. April 2010

Im August 2009 ging die Trägerschaft für das Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasium vom Kreis auf die Gemeinde Halstenbek über. Doch wer die überfällige Sanierung des mehr als 30 Jahre alten Komplexes bei einem Investitionsstau von 11,7 Millionen Euro übernimmt, ist nicht geklärt. Halstenbek erhöht jetzt den Druck: Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann hat in der Pinneberger Kreisverwaltung einen Klage-Entwurf eingereicht. "Nur für den Fall der Fälle", zeigte sich die parteilose Verwaltungschefin vorerst diplomatisch. "Aber wir wollen eine schnelle Lösung."
Noch unter der Ägide des Ex-Landrats Dr. Wolfgang Grimme stockten die Gespräche. Jetzt liegen alle Hoffnungen auf Oliver Stolz. "Als ehemaliger Nachbar", so Amtsleiter Holger Lohse - der amtierende Landrat Stolz war bis zum 31. März Bürgermeister von Rellingen - hätten beide Kommunen ein gutes Miteinander gepflegt. Das solle sich jetzt auszahlen.
Gezielt pocht Halstenbek auf den "Fairen Interessenausgleich". Der Kreis müsse 90 Prozent, die Gemeinde zehn Prozent der Kosten übernehmen. Lohse ist optimistisch: "In 2011 muss die Sanierung beginnen. Mit fünf Containern, die zum Sommer angeliefert werden", so der Amtsleiter, sei vorerst eine Brückenlösung geschaffen. Die Betonung liege auf Brücke.

