Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?
Von Helmuth Jahnke (12. Dezember 2005)
Nach dem Bürgerentscheid gegen die Fertigstellung der Sporthalle an der Feldstraße ist vor allem eines sicher: das Thema "Neue Sporthalle" wird die Gemeinde noch lange beschäftigen.
Vermutlich schon bald wird die Gemeinde sich mit Schadensersatzansprüchen der Firmen auseinandersetzen müssen, die an dem Ausschreibungsverfahren teilgenommen haben. Auch drohen Kürzungen bei der Höhe des Schadensersatzes, den der Gemeinde wegen des Einsturzes der Glasnetzkuppel dem Grunde nach zusteht.
Ein Abriss der vorhandenen Bausubstanz und die Errichtung einer oberirdischen Kleinfeldhalle setzt ein teures Ausschreibungsverfahren voraus. Sinnvoll wäre das nur, wenn auf dem Grundstück tatsächlich ohne neue Probleme eine Sporthalle errichtet werden könnte. Das ist nicht sicher. Die Sporthalle würde sehr nahe an die vorhandene Wohnbebauung heranrücken. Einige Nachbarn würden in 9 bis 10 Metern Abstand auf ein 9 bis 10 Meter hohes und bis zu 50 Meter langes Gebäude schauen. Die Nachbarn könnten sich dagegen rechtlich wegen Verletzung des baurechtlichen Rücksichtnahmegebots nicht ohne Aussicht auf Erfolg - wehren.
Ob die Bebauung der Brandtschen Wiese eine sinnvolle Alternative darstellt, mag dahin stehen. Diese Möglichkeit ließe sich jedenfalls nicht sehr schnell und auch nicht kostengünstig verwirklichen.
Der Bürgerentscheid hat die Gemeinde in die Sackgasse geführt. Vernünftige Alternativen sind nicht in Sicht. Politisch sind dafür zum einen die Grünen verantwortlich, die zunächst vehement diese Dreifeldhalle gefordert haben, um anschließend mit der gleichen undifferenzierten Heftigkeit alles zu bekämpfen, was mit der Errichtung der Sporthalle zusammenhing. Zum anderen hat die CDU mit ihrer wechselhaften Haltung der Gemeinde erhebliche finanzielle Schäden zugefügt. Nach dem zweiten Einsturz hat sie sehr lange an der Fertigstellung mit einer Glasnetzkuppel festgehalten. Erst im Juni 2004 ist sie auf die Fertigstellung mit einem sicheren konventionellen Dach umgeschwenkt. Von dieser problemlosen Möglichkeit ist sie überraschend in diesem Sommer wieder abgerückt. Zusammen mit den Grünen beschloss sie rechtswidrig - den Abriss. Man darf gespannt sein, ob diese Zusammenarbeit hält, wenn es gilt, nun auch die poitische Verantwortung für die finanziellen Folgen des Bürgerentscheids zu übernehmen.

