Halstenbek bald ohne Atomstrom
Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 29. Juni 2011
Helmuth Ahrens, Christdemokrat und Chef des Halstenbeker Werkausschusses, fiel die Lobeshymne auf Gemeindewerkeleiter (GWH) Uwe Lamberti nicht schwer: Die Gaspreis-Erhöhung um etwa zehn Prozent zum Oktober 2011 sei im Vergleich zu Elmshorn (dort 25 Prozent) moderat. Doch künftig muss sich das eingespielte Duo einem knallharten Wettbewerb stellen: Nach dem Mehrheitswillen der Gemeindevertreter soll die Baumschulgemeinde künftig ausschließlich Energie aus regenerativen Ressourcen beziehen.
Der Strom wird grün, aber wohl auch teurer. Der Gewinn für die Gemeindewerke - 2010 noch bei etwa 1,4 Millionen Euro - dürfte schmaler ausfallen. Und trotzdem: Bei 18 Ja-, 11 Nein- stimmen und drei Enthaltungen wollen die Politiker "raus aus dem Atom- und Kohlestrom", wie es Helmuth Jahnke (SPD) forderte. Seine Fraktion stellte den Antrag, im Rat über ein Ökostrom-Angebot zu beraten.
Auf folgenden Wortlaut konnten sich die Politiker einigen: "Die Werkleitung wird gebeten, dem Gremium bis zum Jahresende ein Konzept zur Atomstrom- und Kohlestrom-freien Versorgung von Halstenbek vorzulegen. Ziel ist, baldmöglichst die atom- und kohlefreie Versorgung Halstenbeks aufzuzeigen."
Bis Ende 2011 hat GWH-Chef Lamberti Zeit, Alternativen zum bestehenden Ökostromtarif AquaWatt zu finden. Fakt ist: Die Stromverträge bestehen bis 2013, "erst ab 2014 können wir anderen Strom dazukaufen", so Lamberti.

