"Weg mit dem Atomstrom"
Von Dietmar Vogel, in: Pinneberger Tageblatt vom 20. Januar 2012

Christoph Bittner (SPD): "Wir müssen den Tarif Aquawatt durch einen neuen Öko stromtarif ersetzen."pt
"Wer seinen Strom über die Gemeindewerke Halstenbek (GWH) bezieht, erhält zu durchschnittlich 38 Prozent Strom aus Kernkraft, zu 46 Prozent aus fossilen Energieträgern und nur zu 16 Prozent aus regenerativen." Christoph Bittner, Gemeindevertreter der SPD, redet Tacheles.
Und legt ohne Zögern nach: "Deutschlandweit beträgt der Anteil der Kernkraft an der Stromproduktion hingegen weniger als 20 Prozent." Forderung seiner Partei: "Wir wollen, dass die Gemeindewerke bis 2014 aus der Nutzung von Atomstrom aussteigen und den Anteil der regenerativen Energieträger drastisch auf 50 Prozent ausbauen", so Bittner. Der stellvertretende Fraktionschef kündigte an, dass seine Fraktion einen "ambitionierten Antrag in den Gemeinderat einbringen wird".
Der SPD gehe es darum, dass die GWH ihren Beitrag dazu leisten, dass mehr Ökostrom produziert und eingespeist werde. Dazu sehen die Genossen mehrere Möglichkeiten, die alle genutzt werden sollen. Die Verwendung von - nach dem sehr strengen "Grünen Strom Label" (GSL) - zertifiziertem Ökostrom verpflichtet die Erzeuger zum Ausbau von regenerativen Produktionskapazitäten. Zudem wolle die SPD den Anteil der eigenerzeugten Strommenge von momentan sechs Prozent in den nächsten zehn Jahren auf 25 Prozent erhöhen.
Bittner und die SPD wollen parallel den Verbraucher schützen: "Anfallende Mehrkosten zur Umsetzung dieser Maßnahmen sollen nicht über den Strompreis an die Verbraucher weitergegeben werden, sondern der Gemeindehaushalt soll diese abfangen." Außerdem möchten die Genossen den bestehenden Ökostromtarif "Aquawatt" der Gemeindewerke durch einen neuen Ökostromtarif ersetzen, "der diesen Namen auch vollständig verdient", so Bittner weiter. Momentan werde der Aquawattstrom aus österreichischen Wasserkraftwerken bezogen, ohne Verpflichtung des Produzenten, zusätzliche regenerative Kapazitäten zu schaffen.
Bittner wird deutlich: "Sehr bedenklich ist, dass Österreich Stromimporteur ist und somit zwar einerseits Strom aus Wasserkraft nach Deutschland exportiert wird, aber andererseits umso mehr Atom- und Kohlestrom nach Österreich eingeführt wird. Das bringt für die Umwelt gar nichts", kritisiert Christoph Bittner. "Insbesondere den Bürgern, die sich bewusst für Ökostrom entschieden haben, muss auch Ökostrom geliefert werden. Wir brauchen hier das "Grüne Strom Label (GSL)."

