VHS spült Geld in die Kassen
Von Andrea Stange, in: Pinneberger Tageblatt vom 23. September 2011

VHS-Chef Günther Traulsen hält den Umzug für eine optimale Lösung. Stange
Bildung und Kultur kosten die Kommunen nicht nur Geld - sie tragen auch ganz erheblich zur Wertschöpfung bei. Wenn am Montag in Halstenbek ab 19 Uhr in der Grundschule Bickbargen (Bickbargen 115) die Gemeindevertretung tagt, geht es auch um die neue Nutzung des Gebäudes der Grundschule Nord. Volkshochschule und Gemeindebücherei würden dort gern Mieter werden. Der Knackpunkt: Üppige Miete kommt damit nicht in die Gemeindekasse.
Vielen Bürgern und Gemeindevertretern dürfte nicht bekannt sein, welch großen Beitrag Volkshochschulen bezüglich der Wertschöpfung leisten. Eine aktuelle Untersuchung durch den Karlsruher Ökonom Peter Leiberich im Auftrag des VHS-Landesverbandes ergab, das jeder Euro, der an kommunalen Investitionen in die Volkshochschulen des Landes fließt, 5,70 Euro für die lokale Wirtschaft wert ist. Das bedeutet für Halstenbek: Bekommen VHS und Bücherei den Zuschlag, könnten die Kassen von Geschäften und Restaurants deutlich öfter klingeln.
Für die Studie wurden Kursusteilnehmer in Flensburg, Leck, Neumünster, Bad Segeberg, Kiel, Lübeck und Pinneberg befragt. Sie besuchen nicht nur vor und nach den Kursen Restaurants und Geschäfte, sondern kauften auch ihr Unterrichtsmaterial vor Ort. Leiberich gibt für Schleswig-Holstein Ausgaben von 19,4 Millionen Euro an. "Diese Untersuchung bestätigt, dass unsere Arbeit einen Faktor für die lokale Wirtschaft darstellt", kommentiert VHS-Landesvorsitzender Wolfgang J. Domeyer.
Raus aus der Randlage, rein ins Zentrum - das ist für VHS-Chef Günther Traulsen die optimale Lösung. Auf Nachfrage zeigte er aber auch Verständnis für die Politiker, die sich mit dem Zuschlag zu seinen Gunsten schwer tun. "Die Montag gefällte Entscheidung, wird das Gesicht von Halstenbek auf Jahre prägen, und bei Zustimmung positiv verändern", ist Traulsen sich sicher. Denn Bücherei und VHS haben mit der Ideenwerkstatt eine weitere Vision: Den Aufbau und die Weiterentwicklung eines Bürger- und Kulturtreffs. Was die Ausgestaltung des Nutzungsvertrags betrifft, zeigt Traulsen sich auf Nachfrage weiterhin gesprächsbereit. "Wir haben zwar begrenzte Ressourcen, aber die Vorlage der Gemeindeverwaltung lässt noch Gestaltungsmöglichkeiten zu."

